Valentine - Love Like Gold - Cover
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Valentine Love Like Gold


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 45 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Als die 16-jährige Valentine Romanski im Jahr 2005 mit „Ocean Full Of Tears” ihr Debütalbum auf den Markt brachte, war sich die Fachwelt einig, dass die Teenagerin aus dem sächsischen Zwenkau ein Talent ist, das nur alle Jubeljahre auf der Bildfläche erscheint. Valentine spielte wie eine Große auf dem Klavier und schrieb ihre Songs weitgehend alleine. So war es auch auf ihrem zweiten Werk „Blue Merry-Go-Round“ (2006), das dem Debüt künstlerisch in nichts nachstand. Allerdings war die CD kommerziell ein Flop. Valentine wurde von ihrer alten Plattenfirma fallengelassen und es dauerte bis ins Jahr 2010, ehe Valentine ein neues Label gefunden hatte, das Vertrauen in ihre neuen Songs steckte.

Dieses Vertrauen (und eine bessere Promo-Arbeit des neuen Labels) hat sich gelohnt. Die erste Singleauskopplung „Black sheep“ aus dem dritten Album „Love Like Gold“ schaffte den bis dato höchsten Platz in den deutschen Charts für Valentine – und die Gründe dafür scheinen offensichtlich. Denn „Black sheep“ offenbart eine deutliche Veränderung im Sound der Wahl-Berlinerin. Aus den introvertierten Pianoklängen sind moderne Popsongs geworden, die elektronische Einflüssen mitbringen („White bird“), mit Orchesterparts wuchern („Creatures of the night“) und im Grundsatz üppiger arrangiert sind („Superhero“), wodurch sie wuchtiger und fordernder aus den Boxen perlen („Universe“).

Diese Neuausrichtung dürfte zu großen Teilen auf die Kappe von Sandi Strmljan (Udo Lindenberg, No Angels, Alexander Klaws, Cinema Bizarre) gehen, der an der Musik, den Texten und der Produktion mitgewirkt hat. Die Kunst bei so einer Neuorientierung ist allerdings, die ursprüngliche künstlerische Basis nicht allzu sehr umzukrempeln, damit die Authentizität des Künstlers gewahrt bleibt. Und diesbezüglich deuten sich tatsächlich ein paar Reibungsflächen an, nämlich immer dann, wenn die Beats und Rhythmen das eigentliche Songgerüst zu sehr übertünchen („Tonight“, „No“, „Nobody knows“) und damit das Besondere im Klangkosmos der 22-Jährigen zu verwässern drohen.

Diese (Weiter-)Entwicklung war wohl notwendig, um in der aktuellen Musiklandschaft ein Bein auf den Boden zu bekommen. Dass Valentine damit ein Stück ihrer musikalischen Persönlichkeit aufgibt, muss der Hörer wohl oder übel schlucken.

Anspieltipps:

  • Universe
  • Superhero
  • Black sheep
  • Beauty and the beast
  • Creatures of the night

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