Seal - Seal 6: Commitment - Cover
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Seal Seal 6: Commitment


  • Label: Reprise/WEA
  • Laufzeit: 45 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Keine Leidenschaft, keine neuen Ideen und die immer gleiche Leier sind der Grund für ein dürftiges Hörerlebnis.

Wer ist eigentlich Seal? Klar, er ist der Gatte von Heidi Klum, aber was zeichnet ihn selbst aus? Ist er noch mehr als der Schattenmann seiner erfolgreichen Modelfrau? Schließlich hieß es, dass Auftritte in Werbungen und Gebrauch seiner Songs in allen möglichen Medien auf Druck von Frau Klum entstanden. Hat Seal diese Hilfe so dringend nötig? Der Seal, der vor genau zwanzig Jahren seinen ersten Nummer Eins Hit „Killer“ mit Hilfe und seine Folgesingle „Crazy“ im Alleingang herausbrachte? Dieser stolze 47-jährige Mann mit der emotionalen und eindringlichen Stimme ist endgültig unter der Fuchtel seiner Frau gelandet? Sein letztes Album war trotz der tosenden Werbetrommel kein großartiger Erfolg und die Gründe, warum es auch für „Seal 6: Commitment“ schlecht aussieht, sind schnell aufgezählt.

Wer sich zwanzig Jahre lang nicht entwickelt, geht nicht mit der Zeit. Allein restlose Zeitlosigkeit innerhalb des Seal-Musikkosmos würde den Kollaps verhindern. Das ist genau genommen auch der einzige Grund, warum Seal keinen festen Boden mehr unter die abgehobenen Füße bekommt. Keine Experimente, keine Hymnen (die nicht genau gleich klingen), keine neuen Kniffe sondern immer nur derselbe Brei. Es grenzt an Einfältigkeit, dass ein Musiker meint, über zwei Dekaden lang dieselbe Musik abliefern zu können. Heutzutage wird einer Band schon nach dem zweiten Album vorgeworfen, dass es an Entwicklung und damit Potenzial fehlt. Selbst AC/DC und Metallica waren nicht vor Kritik gefeit, die genau auf diesen Punkt abzielte. Aber zurück zu Seal, dessen Diskographie man wohl als Foltermittel benutzen könnte. Zugleich klingt seine Musik, dass der Hörer nach einem kompletten Durchhören dieser winselnd um Gnaden bitten dürfte. Da ist Seal wahrscheinlich nicht alleine, aber von einem Musiker, der zahllose Auszeichnungen und Lorbeeren des Erfolgs eingeheimst hat, sollte andere Ansprüche haben.

Mit welcher Perfektion Seal auf seinem neuesten Album das Rezept des jeweils vorigen Songs auf den jeweils nachfolgenden transferiert ist atemberaubend. Es klingt wirklich alles gleich. Da hilft auch kein Umsatteln vom Piano zur Gitarre und ob da jetzt Streicher kraftvolle Untermalung bieten, juckt irgendwann den seichtesten Hörer nicht mehr, da diese Einsätze inflationär hergeschenkt werden. Für sich alleine stehend mögen manche Titel („If I'm Any Closer“, „You Get Me“) den Ansprüchen des gehobenen Mittelmaßes gerecht werden, aber das war es dann auch schon. Wirkliche Highlights bleiben aus und man fühlt sich beim Hören der CD animiert dazu, zu bügeln, den Kleiderschrank einzuräumen, das Bad zu putzen oder zu kochen, denn allein diese Musik zu hören, ist übertrieben gesagt, wie sich der Musik wegen in einen Fahrstuhl zu stellen. Keine Leidenschaft, keine neuen Ideen und die immer gleiche Leier sind der Grund für ein dürftiges Hörerlebnis.

Anspieltipps:

  • If I'm Any Closer
  • Best Of Me
  • You Get Me

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