Engineers - In Praise Of More - Cover
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Engineers In Praise Of More


  • Label: Kscope/EDEL
  • Laufzeit: 34 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Ingenieure der Musik sind nach gerade mal elf Monaten zurück mit ihrem dritten Werk „In Praise Of More“. Kein Wunder, dass sich wohl einige musikalische Ideen aufgestaut haben, die nun ans Tageslicht möchten, denn „Three Fact Fader“ lag mehrere Jahre im Privatschrank der Band, bevor es den Weg in die Ladenregale fand. Natürlich war man in der Zwischenzeit nicht untätig, aber die lange Zeit zwischen Aufnahme und Veröffentlichung des Vorgängers hat doch dazu geführt, dass sich einige Bandmitglieder persönlich anders entwickelt haben, sich nicht mehr in der Band wiederfanden und schließlich einen anderen Weg eingeschlagen haben. Neu in der Band sind Matthew Linley am Schlagzeug, Daniel Land am Bass und Ulrich Schnauss am Keyboard.

Vielleicht liegt es an der personellen Neustrukturierung der Engineers, dass auch musikalische eine gewisse Beruhigung stattgefunden hat. Sie verlassen sich nun ganz auf ihre Grundkenntnisse, den Schönklang. Auf unnötige Experimente und die Vereinigung zu vieler Elemente wird verzichtet, auch jegliche Gitarrenwände wurden gestrichen. Alle Songs beinhalten den typisch ruhig dahin gleitenden Gesang von Simon Phipps, der ohne Musik bereits den relaxten Shoegaze-Charakter hervorbringt. Auffällig ist, dass der Gesang sehr oft separat für jeden der beiden Stereokanäle aufgenommen wurde beziehungsweise leicht versetzt ist, was zumindest einen gewissen Effekt der Polyphonie erzeugt.

Die Musik ist besonders zum Entspannen geeignet und kann auch bestens nebenbei gehört werden. Einzig in „Press Rewind“ werfen sie zeitweise den Gitarrenverzerrer an, sonst dominiert das Album über die Akustikgitarre und sanfte Klänge. Das bedeutet keineswegs, dass die Musik minimalistisch ist, denn hier wurde alles genau durchdacht und einige Musikschichten vermischt, allerdings ist die musikalische Ebene deutlich leiser und flacher abgemischt als der Gesang, was genau diesen sanften Charakter hervorruft. Andererseits fehlen nach wie vor in vielen Songs die unvergesslichen Merkmale, die ein Stück erst interessant machen. Etwas wie das Glockenspiel in „There Will Be Time“, die Synthesizerklänge in „To An Evergreen“, das Piano im instrumentalen „Nach Hause“ oder „Twenty Paces“, bei dem jeder Ton passt, alles gekonnt abgestimmt ist, Melodie und kleine Feinheiten sich super ergänzen.

Erst wenn Engineers es schaffen mehr solch ausdrucksstarke Stücke wie „Twenty Paces“ zu erschaffen, können sie sich auf Dauer in der oberen Liga festsetzen. Die Produktion ist viel klarer und angenehmer als auf dem Vorgänger, musikalisch sind sie ebenfalls gefestigter. Auch wenn das Album mit etwa 35 Minuten viel zu kurz ist, eine deutliche Steigerung zum Vorgänger ist zu erkennen, besonders die zweite Hälfte des Albums ist gut, aber da ist noch reichlich Luft nach oben.

Anspieltipps:

  • Twenty Paces
  • Nach Hause
  • There Will Be Time

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