Hail Of Bullets - On Divine Winds - Cover
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Hail Of Bullets On Divine Winds


  • Label: Metal Blade/Sony Music
  • Laufzeit: 48 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Konzept lautet, den „Aufstieg und Fall des japanischen Reiches“ anhand ausgewählter Schreckensberichte und Kriegsereignisse in hässliche Todesbleikompositionen zu hüllen.

Geschichtsträchtige Kriege und deren gnadenlose Menschenverachtung als permanentes Stilmittel zu etablieren, mag heutzutage etwas überholt klingen, doch scheinbar zielen Hail Of Bullets mit ihren musikalischen Nacherzählungen im Old School Death Metal-Stil genau darauf ab. Frei nach dem Motto, wo die alte Schule ihre Schwingen ausbreitet, wird auch Altes aufbearbeitet, legten Sänger Martin van Drunen (Ex-Bolt Thrower, Ex-Pestilence, Asphyx), die Gitarristen Paul Baayens und Stephan Gebédi (Thanatos), Bassist Theo van Eekelen (Ex-Houwitser) und Drummer Ed Warby (Gorefest) 2007 einen hoch gelobten Vorgeschmack in Form einer in Eigenregie entstandenen Promo vor, begaben sich daraufhin in die Offensive und veröffentlichten den tödlichen Schrapnelsplitter „Of frost and war“ (05/2008) bei Metal Blade Records, dem erst jetzt bzw. bei Herausgabe der EP „Warsaw rising“ (07/2009) die Aufgabe zuteil wurde, das erste Glied in einer längeren Kette von metallischen Auseinandersetzungen mit dem unrühmlichen Thema „Krieg“ zu sein.

Das Debüt war mit einer rauen Produktion gesegnet, das den Hörer nicht nur mit einer unwirtlichen Abmischung begrüßte, sondern es konnte auch in punkto Struktur und Abwechslung überzeugen, sodass es nicht nur stur einen auf die Fresse gab, sondern auch doomige Klangwelten durchstoßen und heftige Riffmassaker in mittleren und oberen Geschwindigkeitsbereichen zum Besten gegeben wurden. „On divine winds” übernimmt die groben Eckpunkte des Vorgängers, behält sich aber dezente Änderungen vor. So ist z.B. das raue Klima des Russlandfeldzuges einer behaglicheren Umgebung gewichen und Hail Of Bullets bieten generell einen stärker in sich abgeschlossenen Longplayer an statt sich auf einzelne Details oder die Einbindung verschiedener Stilrichtungen zu versteifen. Die Scheibe wirkt dadurch mehr wie aus einem Guss, was die Niederländer wiederum veranlasst hat jeden Song gleich zu behandeln und keine wirklichen Höhepunkte zu verteilen.

Das Konzept den „Aufstieg und Fall des japanischen Reiches“ anhand ausgewählter Schreckensberichte und Kriegsereignisse in hässliche Todesbleikompositionen zu hüllen, ist zudem halbwegs originell und bietet reichlich Stoff für ein gnadenloses wie kompromissloses Langeisen, das jedoch „Passiondale“ (04/2009), einem der besten kriegsbasierten Metalalben der letzten Jahre, nicht das Wasser reichen kann, denn wo God Dethroned wie eine komplette Panzerdivision in fast allen Belangen erbarmungslos über den Hörer gewalzt sind, kratzen Hail Of Bullets meist nur an der Oberfläche und liefern zwar überdurchschnittliche, aber nicht meisterhafte Kost ab. Dabei zeigt Hollands Death Metal-Armada mit atmosphärisch dichten Doomgeschützen („Full scale war“, „Tokyo napalm holocaust“) und kontrolliert groovenden MG-Nestern („Strategy of attrition“, „Kamikaze“) wozu sie im Stande ist, wenn es mal kein Riffsperrfeuer hagelt („The Mukden incident“, „On choral shores“). Für Genrefans trotz allem ein Pflichtkauf!

Anspieltipps:

  • Full Scale War
  • On Choral Shores
  • Strategy Of Attrition

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