Rihanna - Loud - Cover
Große Ansicht

Rihanna Loud


  • Label: Def Jam/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 47 Minuten
Artikel teilen:
5/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Rihanna-Maschinerie läuft und läuft und läuft wie ein VW Käfer. Das wird auch mit den elf „Loud“-Songs so sein.

Keine andere Künstlerin und auch kein anderer Künstler im aktuellen Pop-Geschehen veröffentlicht in derart kurzen Abständen neue CDs wie Rihanna (22) und hat dabei auch noch ununterbrochenen kommerziellen Erfolg. Seit ihrem Debütalbum „Music Of The Sun“ aus dem September 2005 erschienen sage und schreibe fünf weitere Longplayer (drei Studioalben und zwei Remix-Alben) sowie eine Live-DVD von der 22-Jährigen. Zweit- bzw. Neuauflagen als Deluxe Versionen nicht einbezogen.

Das funktioniert natürlich nur, wenn man wie Rihanna seine Stücke nicht selber schreiben muss und ständig irgendwelche Songwriter und Produzenten im Hintergrund neues Material ankarren. Aber sei’s drum. Mit diesem Pensum und den Ergebnissen in den weltweiten Charts qualifiziert sich die Sängerin aus Barbados hinter Beyoncé aber noch vor Lady Gaga als neue Pop-Queen. Keine Frage, dass Rihanna auch auf „Loud“, dem mittlerweile fünften Studioalbum, ihrem bewährten Erfolgsrezept treu bleibt.

Angesagte Songwriter und Produzenten lieferten unter der Obersaufsicht von Antonio „LA“ Reid ein Bündel tanzbarer Songs wie „Only girl (in the world)“ oder „S&M“ ab, die stilistisch mal in Richtung Dancehall tendieren („Raining men“), mit E-Gitarren-Einsatz auf den europäischen Markt zielen („California king bed“), relativ deutlich eine Kopie von Lady Gaga abgeben („Man down“), als massentaugliche Popsongs fungieren sollen („Fading“) oder ein bisschen am R&B-Format knabbern dürfen („Skin“). Da ist garantiert für jeden etwas dabei, so wie sich die männliche Hörerschaft (wieder einmal) auf die Bilder im Booklet freuen darf (Stichwort: „Mädchen, zieh dir was an, du holst dir sonst noch den Tod!“).

Unterm Strich resultiert daraus ein solides Popalbum mit der für Rihanna üblichen Aufteilung aus hitverdächtigen Tracks und Füllmaterial, wie z.B. „Cheers (drink to that)“, in dem ein Stimm-Sample von Avril Lavignes „I’m with you“ verwendet wurde, für das die Kanadierin sogar Songwriting-Credits erhielt. Als Füllmaterial muss im Prinzip auch „Love the way you lie (part II)” eingestuft werden. Hier wird einfach noch einmal derselbe Song aufgewärmt und bis auf einen kleinen Gast-Part auf die Raps von Eminem verzichtet, was dem Track viel von seiner ursprünglichen Power nimmt. Worin darin der künstlerische Sinn liegen soll, erschließt sich nicht.

Die Rihanna-Maschinerie läuft und läuft und läuft wie ein VW Käfer. Das wird auch mit den elf „Loud“-Songs so sein. Denn diese sind ganz bewusst für einen Massenmarkt konzipiert und erfüllen diesen Zweck ohne große Beanstandungen allein schon dadurch, indem sie die nervige Sex-und-Prügel-Attitüde des vorangegangenen „Rated R“-Albums weglassen. Das schließt nicht aus, dass sich in zehn Jahren vielleicht niemand mehr an die Rihanna-Songs aus dem Jahr 2010 erinnern kann. Doch für den Augenblick reicht’s. Nicht mehr und nicht weniger.

Anspieltipps:

  • Fading
  • Complicated
  • California king bed
  • Only girl (in the world)
  • Love the way you lie (part II)

Neue Kritiken im Genre „R&B“
9/10

Fragen Über Fragen
  • 2017    
7/10

A Seat At The Table
  • 2016    
Diskutiere über „Rihanna“
comments powered by Disqus