Fjarill - Livet - Cover
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Fjarill Livet


  • Label: RinTinTin/INDIGO
  • Laufzeit: 53 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Musik berührt, besänftigt und bereichert. Gelegentlich schafft sie es aber auch im gleichen Moment die gegensätzlichsten Emotionen hervorzurufen, die man sich vorstellen kann. Hass-Liebe heißt das Zauberwort und beim schwedisch-südafrikanischen Duo Fjarill (auf Deutsch: Schmetterling), das ihre Heimat nach Hamburg verlegt hat, kommt sie besonders oft zum Vorschein. Doch wer steckt eigentlich hinter Fjarill? Nun, zum einem ist das Aino Löwenmark, die für den betörenden Gesang und melancholische Pianomelodien zuständig ist, und zum anderen Hanmari Spiegel, die vorrangig für locker-leichte Akzente im Bezug auf ihr Geigenspiel verantwortlich ist, aber ebenso unterstützend als zweite Stimme in den Songs mitwirkt.

„Livet“ ist nach „Stark“ (12/2006), „Pilgrim“ (04/2008) und der Weihnachts-EP „God jul“ (11/2008) bereits die vierte Veröffentlichung des weiblichen Duos und setzt einmal mehr auf die kongeniale Verschmelzung aus sanftmütigen Streicherklängen und dem klaren Organ Ainos. Wer jedoch eine lieblose Verwertung bereits gehörter Harmonien erwartet, liegt falsch, denn nicht nur der ethnische Hintergrund der beiden Musikerinnen verspricht auf dem Papier unerschöpfliches Potential, auch der Ehrgeiz, den im Promozettel vergebenen Stempel „Pop mit Glücksgarantie“ musikalisch zu untermauern, ist lebendig und gedeiht. Schade nur, dass das bedeutet, das Fjarill ihrem dritten Longplayer stellenweise einfach zuviel zumuten und einfache Strukturen gegen seltsam-nervtötende Ideen eintauschen.

Paradigmatisch hierfür wäre das absolut grässliche und schrill aufjaulende Instrumental „Cowboy“, der in Deutsch gehaltene Ausreißer „Ubahnlied“, der wie ein Fremdkörper mit dämlichem Text und unangebrachter Lalala-Phrasierung dem restlichen Material in den Rücken fällt, oder „Slapiekanienie“, das als zweiter Song ohne jeglichen Gesang im Vergleich zu den ansonsten wunderbar arrangierten Kompositionen deutlich abfällt. Doch Vorsicht! Die Folk/Country/Pop-Wundertüte „Livet“ ist trotzdem nicht jedem zu empfehlen und aufgrund der hauptsächlich in Schwedisch gehaltenen Stücken und der starken Geigenbegleitung eine kleine Herausforderung. Im besten Falle wird man aber dann mit solch großartigen Nummern wie dem Titeltrack, „Vattenspegel“, „Du“ oder „Ukuthula“ belohnt, die als eine Mischung aus Sigur Ros, Enya und Lorenna McKennitt ihre Eingewöhnungszeit allemal wert waren.

Anspieltipps:

  • Du
  • Livet
  • Ukuthula
  • Jungfruanna
  • Vattenspegel

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