All Ends - A Road To Depression - Cover
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All Ends A Road To Depression


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 43 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Sind wir mal ehrlich: da können die Haare noch so lang sein und das Album „A Road To Depression“ heißen. All Ends haben mit Metal wirklich nur am Rande zu tun und mit Gothic rein gar nichts. Und das soll keine Wertung sein, ein guter Song bleibt immerhin ein guter Song. Doch natürlich sehen viele Anhänger des Kuttenträger-Lagers das anders. Das völlig überflüssige „Apologize“-Cover aus dem Jahr 2008 beispielsweise kann zu Recht als eine ziemlich dreiste Mainstream-Anbiederung verstanden werden. Sind All Ends in der Rocker Szene also so was wie der Pop-Wolf im Schwarzpelz?

Die Bratgitarren von „Obivous“ scheinen diese Einschätzung zunächst Lügen zu strafen. Das hat tatsächlich ganz schön Drive und Feuer unterm Hintern. Jedenfalls so lange, bis der Refrain anfängt, der in Sachen Melodieführung auch als Dance-Pop Nummer funktionieren würde. Konsequenter ist da schon das darauf folgende und durchwegs gelungene „Generation Disgrace“, auch wenn bei diesem Song jede Note ein lautes „80er!“ zu schreien scheint. Macht ja nix, denn dafür rockt das Teil von vorne bis hinten schön durch. Ähnliches trifft auch auf „I Know Who I Am“ und „Area 1“ zu, ansonsten sind diese Momente aber spärlich gesät.

Denn Songs wie „I'm A Monster“, „Hear Me Now“ und „Don't Be Scared“ sind mit Alibi-Gitarren veredelte Pop Songs, funktionieren als solche aber gar nicht schlecht. Die richtig große Radioballade kommt dann folgerichtig auch mit „Nobody's Story“. Das ist freilich Mainstream mit Rotationsgarantie im Radio – aber auf höchstem Niveau! Auch das flottere „Stupid People“ überzeugt dank einiger netter Wendungen im Refrain, während „Wretch“ als belangloser Popsong vorbei rauscht. Die abschließende „Road To Depression“ ist leider lang nicht so provokativ wie ihr Titel und alles in allem kein wirklicher Höhepunkt.

Eine Einschätzung übrigens, die sich auch als Fazit unter dieses Album ziehen ließe. Was übrigens weniger negativ gemeint ist, als es klingen mag. Hat man sich erst mal aus dem starren Metal-Korsett befreit, finden sich nämlich durchaus einige nette Melodien auf „A Road To Depression“, natürlich perfekt produziert und auf Eingängigkeit getrimmt. Nur die „Depression“ will man All Ends nicht abnehmen.

Anspieltipps:

  • Generation Disgrace
  • Area 1
  • Nobody's Story
  • Stupid People

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