Bon Homme - Bon Homme - Cover
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Bon Homme Bon Homme


  • Label: Rent A Record Company/Rough Trade
  • Laufzeit: 44 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Gerecht verteilt zwischen den herausstechenden Elementen Glamour- und Dance-Pop, ist „Bon Homme“ eine Platte, die komplett vereinnahmend ist.

Neben seiner Zeit als Sänger sowie Bassist bei den gleichermaßen in Disco wie Indie-Pop/Rock beheimateten WhoMadeWho, die neben ihrem kraftvollem Sound auch einiges an Humor zu bieten haben, ist der Däne Tomas Høffding noch so mit Songwriting-Spaß ausgestattet, dass er nun als Bon Homme sein selbstbetiteltes Debüt mit leichtfüßigen Electro-Pop-Nummern in die Läden befördert. Ein Umstand, der seiner Vorliebe für intensive Beschäftigung mit konsumierter Musik geschuldet ist und somit eine Karriere als schnelllebiger, immer über die Quantität den Hit im Heuhaufen suchenden DJ-Artist unmöglich machte. Auch wenn das Plattendrehen nicht sein angepeiltes, zweites Standbein wurde, kann sich die Electro-Gemeinde nun über Høffdings Entschluss freuen, mit seinem Alter Ego Bon Homme durchzustarten.

Gerecht verteilt zwischen den herausstechenden Elementen Glamour- und Dance-Pop, ist „Bon Homme“ eine Platte, die so eine tiefe Balance für sich beansprucht, dass es die Pole Tanzbarkeit und seelenvolle, durch seine prägnante Stimme direkt in die Herzen vordringende Balladen in einer Form vereint, die nur selten so komplett vereinnahmend ist. Analoge Synthesizer-Sounds im Opener „Ray Ban“ schmiegen sich an weit ausholende Flächen und werden kurz vor dem Abheben in ferne Sphären von grundierenden Beats eingeholt, um die melancholische Unaufgeregtheit dann doch vom aufblitzendem Klavier und verspielten Sounds durchkreuzen zu lassen. So auch bei „The Battery Inside Your Arm“, wo Bon Hommes Stimme sich noch vergleichsweise zurückhält, indem die Kraftwerk´schen Sounds das Ruder an sich reißen.

Was das Solo-Album vom Dänen dann aber tatsächlich so mitreißend macht, sind die androgyn-beherzten Vocals eines „Mother“, die Beats fordernd und die Tanzfläche füllend, oder auch das stampfende „Surround Surrender“, bei dem Vocoder-Gesang wieder salonfähig wird. So wie die hin und wieder im Hintergrund eingearbeitete Akustikgitarre und die schmeichelnde Stimme, ist das komplette Gespann aus elektronischer Sound-Vielfalt in funkelndem Maße harmonisiert und für geschmackvolle Beats, Synthie-Flächen sowie wandlungsfähige Effekte reichlich gesorgt. Für die nötige Abwechslung vom drängelnd-schillernden Electro-Pop drosselt Bon Homme nicht einfach das Tempo, sondern stellt die urbanen, pochenden Sounds gegen eine zarte Stimme, welche nicht nur aus „Heaviest Flower Of Europe” die größtmögliche Blüte formt, sondern ebenso dem gesamten Werk einen roten Faden serviert, dem man immer wieder gern folgt.

Anspieltipps:

  • Mother
  • The Key Is In My Fist
  • Heaviest Flower Of Europe
  • Could Be Your Daughter

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