Cut In The Hill Gang - Mean Black Cat - Cover
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Cut In The Hill Gang Mean Black Cat


  • Label: Stag-O-Lee/INDIGO
  • Laufzeit: 40 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Name wie Johnny Walker verpflichtet. Nicht unbedingt zum Whiskey trinken, aber als Musiker zum gute Songs Schreiben. Und das kann die Formation Cut In The Hill Gang, die mit jenem Johnny Walker einen ausgezeichneten Sänger, Gitarristen, Bassisten und Harmonikaspieler vorweisen kann. Reuben Glaser (Guitar, Vocals) und Lance Kaufman (Vocals, Drums) vervollständigen kongenial das Trio, das für sein zweites Album Verstärkung in persona John Wesley (Keyboards, Vocals) hinzugezogen hat. Ansonsten spielt und singt Wesley bei den Black Diamond Heavies, auf der kommenden Cut In The Hill Gang Tour jedoch, wird er den vierten Mann zum Besten geben.

Das Debüt der Gang war ein Vinyl/CD gesplittetes Werk („Hung Up/Cut Down“), das mit groovendem Garage-Blues-Rock ordentlich Dampf abließ. Zuletzt erschien auf Stag-O-Lee Records die Vinyl 7“ „Hats Off Boogie“, quasi als Vorbote für das vorliegende „Mean Black Cat“, ein 40-minütiges Garagen-Blues-Rock-Monster, das mit Coverversionen die schier unerschöpflichen 1950/1960er Jahre in die Gegenwart rockt.

Mit „Don’t Ever Leave Your Daddy At Home” vom Delta-Bluesmann Frank Frost hauen sie dir den ersten Hammer um die Ohren. Dem folgt ein flehend verzweifeltes „Help Me“, das dir den Boden unter den Füßen wegzieht, so hoch springst du, um dann bei „Please Give Somethin’“ den Tanzboden per Pferdekuss zu begrüßen. Da verschnauft man gerne im mittleren Tempobereich von Gary US Bonds’ „I Wanna Holler“. Aus Hound Dog Taylors „Let’s Get Funky“ und MC5s „Black To Comm“ bauen sie einen einzigen Song und schwingen die härteste Blues-Rock-Peitsche seit es S/M-Studios äääähm Aufnahmestudios gibt.

John Lee Hooker darf auf so einem Coveralbum natürlich nicht fehlen. Auf seinem „Serves Me Right To Suffer“ wird geshuffelt und gebluest, danach fährt “Come On Home” wieder die blutigen Krallen aus. Eine Ballade zum Niederknien ist „The Right To Love You“ von James „The Mighty Hannibal“ Shaw schon im Original. Unsere Gangfreunde ziehen sie nochmals durch eine extra Portion Soul’n’Rock Verzweiflung. Aus der Serie aus-Zwei-mach-Eins: „Fuck The People/Revolution“ von The Kills und Spacemen 3 wird ein ganzer Brocken, den sie dir mit einer Brise Psychedelik in Hirn und Hintern meißeln. Zum Finale ein leises Versprechen: „Promise Me“ von Jeffrey Lee Pierce als zu Herzen gehende Akustikballade.

Diese „Mean Black Cat“ kratzt, faucht und beißt dir mitten ins staunende Gesicht. Sie streckt ihren Wertesten all den Howlin’ Wolfs, J.L. Hookers entgegen und stampft nach vorne wie die Stooges und MC5. Nimm dich in Acht, der böse schwarze Kater ist unterwegs und Jack White (The White Stripes) scharrt schon mit den Hufen, denn das nächste Cut In The Hill Gang Album mit eigenem Material soll auf seinem Label Third Man Ear erscheinen. Das sind Aussichten! Eine Rückkehr zum wunderbaren Label Stag-O-Lee nicht ausgeschlossen. Oder?

Anspieltipps:

  • Don’t Ever Leave Your Daddy At Home
  • Let’s Get Funky/Black To Comm
  • The Right To Love You
  • Fuck The People/Revolution

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