Intronaut - Valley Of Smoke - Cover
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Intronaut Valley Of Smoke


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 50 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein schwer verdaulicher Brocken, den man gründlich und lange kauen sollte, bevor man ihn runterschluckt.

Das Tal des Rauchs. Der Titel des dritten Albums von Intronaut ist sehr gelungen, was aber erst klar wird wenn man sich vor Augen führt, dass die vier Musiker aus Los Angeles kommen. Die Stadt an der nordamerikanischen Westküste ist berühmt geworden für den Sommersmog, der sich durch hohe Ozonkonzentrationen auszeichnet, und daher allgemein auch als L.A.-Smog bezeichnet wird. Die amerikanischen Ureinwohner bezeichneten dieses Gebiet bereits als Tal des Rauchs, weil sich der Rauch ihrer Feuerstellen in der Luft ansammelte und stehen blieb. „Valley Of Smoke“ erzählt ganz unterschiedliche Geschichten aus der Stadt der Engel, über ein Massengrab, über einen Vorfall aus dem zweiten Weltkrieg, über ein schweres Erdbeben und vieles mehr.

Musikalisch ist das Album einmal mehr ein schwer verdaulicher Brocken, den man gründlich und lange kauen sollte, bevor man ihn runterschluckt, gleichzeitig ist es eingängiger und sanfter als seine Vorgänger. Intronaut haben auf ihrem ersten Album „Void“ eine sehr versierte Mischung aus Post-Hardcore und Sludge Metal gespielt. So kam es einem zumindest vor bis man den Nachfolger „Prehistoricisms“ zu hören bekam und feststellen musste, dass sie ihre Musik neu definiert haben, Elemente herausgehoben haben, die schon vorhanden waren, aber nicht so aufgefallen sind. Die Hauptarbeit hat die Rhythmusabteilung übernommen, ein unglaublich präsenter Bass, der alles andere als ein Begleitinstrument ist. Diese Rolle haben eher die Gitarren inne, die oft für den Hintergrund sorgen, mal die nötige Härte beisteuern oder auch für einige interessante Harmonielinien sorgen.

Die Kompositionen atmen den Jazz, sie sind frei von jeglichen Konventionen, mit komplexen Rhythmen bestückt und haben einen gewissen Improvisationscharakter. Zu keiner Zeit wird hier versucht seine Qualitäten am Instrument zu beweisen, es ist die Freude am Experimentieren und Zusammensetzen komplexer Motive, nur das Intronaut mittlerweile nicht mehr vergessen ihre Kompositionen mit mehr eingängigen Passagen oder teils melodischem Gesang zu ergänzen. Das Growling ist zurück geschraubt worden, es hört sich nicht mehr so laut und aggressiv an, es ist überwiegend eine Ergänzung des normalem Gesangs, der oft zweistimmig ist. „Valley Of Smoke“ zeigt eine konsequente Weiterentwicklung des eingeschlagenen Wegs, es hat gewisse Parallelen zum Post-Metal von Isis und ist das beste Werk der Amerikaner, obwohl die beiden Vorgänger schon gut waren.

Anspieltipps:

  • Elegy
  • Miasma
  • Valley Of Smoke

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