Max Mutzke - Home Work Soul - Cover
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Max Mutzke Home Work Soul


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 47 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Gesamtpaket enttäuscht und entbehrt sich höheren Aufgaben.

Was dankt Deutschland nicht diesem Stefan Raab? Die erste Jahreshälfte 2010 wurde vom Phänomen Lena regiert. Nachdem jeder wissen wollte, wer für den letztendlich unwichtigen Grand Prix antreten durfte, wurde „uns Lena“ frenetisch für ihren Ohrwurm „Satellite“ gefeiert. Ganz Europa verliebte sich in die junge Hannoveranerin. Jetzt ist man sich nicht einmal sicher, wer diese Lena genau ist. Ein Schicksal, das Max Mutzke nur allzu gut kennt. Der war zu seinen Grand Prix Zeiten auch noch auf dem Weg zum Abitur, wurde von Deutschland ebenfalls übermäßig gefeiert, schnitt allerdings weitaus schlechter beim Wettbewerb ab als Gewinnerin Lena. Dafür dass er eine solche Casting-Entdeckung ist, hat sich Max Mutzke über die Jahre allerdings gehalten und konnte mit anständiger Musik und einigen Alben überzeugen. Er ist ein richtiger Musiker, auch wenn seine große Schwäche der immer gleiche Aufbau der Lieder ist. Genau aufs Radio in Länge und Komplexität getrimmt. Herr Raab und sein „Satellite“ lassen grüßen.

Wie schon auf „Black Forest“ beweist Mutzke, dass er ein Gespür für gute Melodien hat. Gleich die ersten Tracks gehen gut ins Ohr und man darf immer wieder staunen, was für eine brauchbare Stimme dieser Mann hat. Max Mutzke braucht sein Stimmorgan wahrlich nicht vor den Größen des Souls verstecken. So belebt klingt er „High On Your Love“, welches mit hohem Tempo die Hörerschaft lockt. Auch „Let It Happen“ klingt nach bekannten Hits von Duffy und Co. Ohne dabei zu klauen. Dazu kommt, dass Mutzke auf dieser Platte besonders im Chorus immer wieder zum Radiopop neigt. Das muss nichts Schlechtes sein, wer jedoch „Black Forest“ kennt, wird hier kaum überrascht sein. Schon nach dem dritten Lied hat sich der immer gleiche Aufbau der Stücke abgenutzt. Innovationen sucht man weitflächig vergebens. Der einzige Unterschied ist die durch die Geschwindigkeit vermittelte Stimmung. Schnell bedeutet Tanzparkett („Fever“), langsam bedeutet gemütliches Kuscheln („Can't Stop“). Wer den Soul à la Max Mutzke mag, wird hier mit dem altbewährten Rezept bedient, wer neue Wege erwartet, wird auf weiter Flur allein gelassen.

Das Gesamtpaket enttäuscht zwar und entbehrt sich höheren Aufgaben, aber einzelne Lieder schaffen es mittelfristig im Ohr hängen zu bleiben. „I Can't Get You“ ist eine verspielte Nummer, die allein stehend hervorragend funktioniert und auch „Feel The Heat“ ist eine Ode an die Lebensfreude, auch wenn der Stil erahnen lässt, dass der junge Mann an der heimischen Konsole ein gewisses Jump'n'Run mit süßen, kleinen Sackfigürchen gespielt hat. Den Hörer soll es nicht stören, wenn er dafür endlich mit neuartiger Musik belohnt wird. Warum genau im Anschluss daran „Music“ Plastik-Pop mit Möchtegern-Dance-Struktur den Eindruck verpuffen lassen muss, weiß keiner. Insgesamt beweist Mutzke abermals sein Talent als Musiker, allerdings nur für Singles und nicht für ganze Alben. Die Abwechslung bewegt sich auf einem minimalen Level, dafür ist das Album unfallfrei (bis auf „Music“) und bietet die ein oder andere instrumentale Überraschung, was durch den immer gleichen Aufbau jedoch negiert wird.

Anspieltipps:

  • Feel The Heat
  • Bang Bang
  • Let It Happen

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