James Blunt - Some Kind Of Trouble - Cover
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James Blunt Some Kind Of Trouble


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 46 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Erfolg gibt Blunt recht. Bei den Kritikern steht er inzwischen auf dem ersten Platz der Hassliste.

Als „Stay the night“, die erste Single aus James Blunts drittem Studioalbum „Some Kind Of Trouble” Ende Oktober das erste Mal im Radio lief, mussten sich die Kenner der Musik des Engländers sicher erst einmal in den Arm kneifen, um den Song als einen von James Blunt (36) zu erkennen. Schließlich pflegte der Sänger und Songschreiber sein – vor allem auf dem zweiten Album „All The Lost Souls“ (09/2007) – erlangtes Image als Balladenonkel ganz erheblich und setzte die ernsthafte Singer/Songwriter-Komponente seines Debüts aufs Spiel.

Der Erfolg gab Blunt recht, bei den Kritikern landete er dafür auf dem ersten Platz der Hassliste. Doch nun soll alles anders sein! Denn fröhlich geht es zu in „Stay the night“. Der Rhythmus ist treibend, die Melodie gewohnt eingängig und im Text erzählt Blunt davon, wie er sich zu Michael Jacksons „Billie Jean“ die Rübe mit Wodka zuzieht. Respekt! Wer hätte das gedacht? Der Mann scheint ja doch so etwas wie Humor und Spontaneität im Hintern zu haben. Und wie auf Kommando teilt Blunt mit: „Diesmal sind wir mit fast Nichts ins Studio gegangen. Wir hatten ein Gefühl von Energie und freudiger Erregung, einfach Spaß im Studio zu haben und ein bisschen Lärm zu machen. Es fühlte sich vollkommen natürlich und richtig an.“

Klingt gut. Doch schon mit „Dangerous“ fallen Blunt und seine Band wieder in die alten Schemata zurück. Sie halten das Tempo zwar höher als gewohnt, aber die Akkordfolgen sind altbekannt und dadurch nicht mehr wirklich originell. Der 36-Jährige bemüht sich in der Folgezeit trotzdem um etwas mehr Pep und Druck („Superstar“, „Calling out your name“, „I’ll be your man“, „Turn me on“), wobei er u.a. auf die Songwriter-Geschicke von OneRepublic’s Ryan Tedder (Adam Lambert, Beyoncé, Jordin Sparks, Chris Cornell), Kevin Griffin von Better Than Ezra (Train, Liz Phair, Howie Day, Blondie) und Greg Kurstin (KT Tunstall, 3OH!3, Ke$ha, Marina & The Diamonds) zurückgreift. Ein wirklicher Fortschritt ist dabei allerdings nicht erkennbar.

James Blunt liefert noch immer leidenschaftlich gerne vor Schmalz triefende Balladen wie „If time is all I have“ oder „No tears“ ab, wobei ihm mit „Best laid plans“ ein Song gelungen ist, bei dem neidlos eingestanden werden muss, dass der Engländer sämtliche Register des Balladenfachs perfekt beherrscht. Doch das ist ja nichts Neues, wodurch „Some Kind Of Trouble” unterm Strich stilistisch in den inzwischen üblichen James-Blunt-Gefilden weilt – und diese sind eben deutlich stärker der Popmusik als dem Singer/Songwriter-Fach zugetan. Das ist prinzipiell nicht schlecht, aber gefühlsmäßig wäre mehr drin als ein besserer Chris-de-Burgh-Verschnitt, wie wir ihn im CD-Booklet zu sehen bekommen, wo Blunt mit offenem Jeanshemd und Akustikgitarre am Strand steht, den Sonnenuntergang im Rücken, und bemüht versonnen zu Boden schaut.

Anspieltipps:

  • No tears
  • Superstar
  • Stay the night
  • Best laid plans
  • Calling out your name

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