Queensryche - Empire (20th Anniversary Edition) - Cover
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Queensryche Empire (20th Anniversary Edition)


  • Label: Capitol/EMI
  • Laufzeit: 140 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach der Gründung von Queensryche im Jahr 1981 benötigte die Band aus Seattle zwei Alben und eine EP um sich so richtig warmzuspielen, ehe dann im Sommer 1988 mit dem Konzeptalbum „Operation: Mindcrime“ der Durchbruch gelang. Seitdem waren die Mannen um den in Deutschland geborenen Sänger Geoff Tate (51) und den Gitarristen Chris DeGarmo (47) jedem Fan härterer bzw. progressiver Musik ein Begriff und es war nur eine Frage der Zeit, bis sich der gute Ruf von Queensryche auch kommerziell auszahlen würde.

Mit dem im August des Jahres 1990 erschienenen Album „Empire“ war es dann soweit. Die Platte holte überall auf der Welt hohe Chartpositionen (u.a. Top 10 in den USA und Top 20 im UK) und brachte vier Singleauskopplungen hervor, darunter die Über-Ballade „Silent lucidity“, mit der Queensryche den Mainstream-Markt knackten. Am Ende standen allein in den USA über drei Millionen verkaufte Einheiten zu Buche, flankiert von einer nervenraubenden Tour um den ganzen Globus, die 1½ Jahre andauerte und die Band danach zu einer längeren Auszeit zwang.

Das Geheimnis des Erfolgs von „Empire“ könnte darin begründet sein, dass die elf Songs vergleichsweise kompakt und damit leichter zugänglich ausfielen. Zudem brachte Gitarrist und zweiter Kreativkopf Chris DeGarmo seine Vorliebe für den Sound von Pink Floyd in den Kompositionen unter, wodurch die Songs etwas luftiger wirkten und auch Nicht-Metal-Hörern keine Probleme bereiteten („Della Brown“). Überhaupt klang das Album, dafür dass es in Teilen noch in den 80er Jahren eingespielt wurde, sehr „warm“ und nicht so scheppernd und mit Hall überladen wie die meisten Produktionen in den 80er Jahren, was sicher ein Verdienst von Produzent Peter Collins (Rush, Gary Moore, Alice Cooper, Bon Jovi) war.

Wenn dann noch die Tatsache dazukommt, dass man mit Titeln wie „Jet city woman“ und allen voran „Silent lucidity“ Airplay auf MTV und im Rock-Radio erhält, steht einem Erfolg fast nichts mehr im Weg. In der Gunst der meisten Fans hat „Operation: Mindcrime“ zwar seither das höhere Ansehen, doch auf „Empire“ verband der Seattle-Fünfer Kunst und Kommerz auf niemals wieder erreichte Art und Weise. Denn mit der beginnenden Grunge-Welle und dem „Promised Land“-Album (1994) war der Ofen für Queensryche aus.

Zum 20-jährigen Jubiläum von „Empire“ erscheint das Werk, nachdem es vor sieben Jahren erstmals digital überarbeitet wurde, in eben jener verbesserten Klangqualität mit drei Bonus Tracks sowie einer zusätzlichen Live-CD, auf der ein Konzert aus dem Londoner Hammersmith Odeon vom 15. November 1990 zu hören ist, in hübscher Box-Set-Verpackung erneut. Wie praktisch, dass bald Weihnachten ist. Deshalb gilt: Wer „Empire“ bis jetzt immer noch nicht sein Eigen nennen darf, sollte nun zuschlagen.

Anspieltipps:

  • Empire
  • Silent lucidity
  • Jet city woman
  • Anybody listening?
  • Another rainy night (without you)

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