Queen - Singles Collection Vol. 4 - Cover
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Queen Singles Collection Vol. 4


  • Label: Parlophone/EMI
  • Laufzeit: 120 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Das letzte der insgesamt vier Kapitel der Queen-Single-Kollektionen.

Das letzte der insgesamt vier Kapitel der Queen-Single-Kollektionen ist ernüchternd und traurig zugleich. Ernüchternd, weil der mit dem „The Miracle“-Album (05/1989) eingeschlagene Weg, auf den Single-B-Seiten unveröffentlichte Songs zu platzieren, mit dem „Innuendo“-Album (02/1991) nicht mehr konsequent weitergeführt wurde, obwohl es durchaus ungenutztes Studiomaterial dazu gegeben hätte. Traurig, weil Sänger und Aushängeschild Freddie Mercury im Alter von nur 45 Jahren am 24.11.1991 an seiner HIV-Erkrankung verstarb und eine menschliche wie kreative Lücke zurückließ, die nie wieder zu füllen sei wird.

Die „Singles Collection Vol. 4“ beginnt mit der fünften und letzten Singleauskopplung aus dem gleichnamigen „The Miracle“-Album, das den Fokus nach dem sehr poppigen „A Kind Of Magic“-Album (06/1986) wieder mehr auf Rocksongs legte, ohne den Spaß am radiotauglichen Popsong vollends unter den Tisch zu kehren, womit die Band ihr Markenzeichen aus den frühen 70er Jahren erfolgreich in die Endphase der 80er Jahre transportieren konnte.

Mit dem 14. Studioalbum „Innuendo“ deutete sich immer mehr an, was man bei „The Miracle“ bereits erahnen konnte: Freddie Mercury war gesundheitlich angeschlagen und nicht mehr in der Lage mit Queen auf Tournee zu gehen. Die Zeit nutzte die Band dazu, „Innuendo“ in London und Montreux einzuspielen und keine zwei Jahre nach „The Miracle“ zu veröffentlichen. Als das Ergebnis vorlag, wurde es von vielen Seite als das stärkste Queen-Album seit den späten 70er Jahren eingeschätzt. Und in der Tat war schon die erste Single – der Titeltrack „Innuendo“ – ein progressives Meisterwerk mit 6½ Minuten Spiellänge, das es seit „Bohemiam rhapsody“ nicht mehr gegeben hatte. Das Album war sowohl mit harten Rocksongs („Headlong“) als auch mit sehr simplen und eingängigen Popsongs („I’m going slightly mad“) durchzogen, präsentierte aber auch sehr emotionale Stücke wie „These are the days of our lives“ und allen voran „The show must go on“, die in Bezug auf Freddie Mercury nichts Gutes ahnen ließen.

Wie sehr die Band an dem Tod von Freddie Mercury zu knabbern hatte, zeigt das 15., posthum veröffentlichte Queen-Werk „Made In Heaven“ (11/1995). Die Band hatte die „Innuendo“-Sessions quasi nahtlos fortgesetzt und besonders auf Bitten von Freddie Mercury weiter an neuen Songs gearbeitet. Doch erst 2½ Jahre nach seinem Tod nahm sich die Band die Songs vor, um daraus ein Abschiedswerk zu erarbeiten. Dazu wurden mitunter sehr alte Aufnahmen aus den 80er Jahren hervorgekramt, die zwischenzeitlich auf Solowerken von Roger Taylor („Heaven for everyone“) und Brian May („Too much love will kill you“) landeten. Der Gesang Mercury wurde streckenweise von alten Demos übernommen und in die neuen Version integriert. Dieses Vorgehen wurde unter Fans und in der Presse zwiespältig diskutiert, brachte aber dennoch ein paar zu Tränen rührende Momente mit sich („A winter’s tale“), die der Theatralik im Schaffen von Queen absolut gerecht wurden.

Danach folgte die übliche Ausbeutung des Queen-Katalog mit den Alben „Greatest Hits II“, „Queen Rocks“, „Greatest Hits III“ und „Absolute Greatest“, die in Zukunft sicher so weitergehen wird.

Anspieltipps:

  • Innuendo
  • Headlong
  • The hitman
  • A winter’s tale
  • The show must go on
  • These are the days of our lives

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