Denis Jones - Red + Yellow = - Cover
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Denis Jones Red + Yellow =


  • Label: Humble Soul/Rough Trade
  • Laufzeit: 44 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Der in Manchester beheimatete Denis Jones gilt als einer der britischen Neuentdeckungen der letzten Zeit, wie auch die Tageszeitung The Guardian frenetisch feststellte. Mit seiner ureigenen Mischung aus Blues, Folk und Electronica, die er mit Unterstützung von Gitarre, Keyboards, Effektgeräten und nicht zuletzt Loop-Elementen schon in den ersten Sekunden des zweiten Albums „Red + Yellow =“ so spannend gestaltet, steht beim Briten der Singer/Songwriter dem Electronica-Frickler in nichts nach. So doppelbödig und eindringlich verschachtelt, wie der Longplayer aus den Boxen schallt, sucht man nach Erklärungen, die einerseits sicher mit der hochqualitativen Mitwirkung einiger Musiker von u. a. The Cinematic Orchestra, 808 State sowie Lamb beantwortet werden kann.

Viel mehr jedoch hat Denis Jones einfach ein unglaubliches Gespür für die richtige Mischung aus Abstraktion, Rhythmus und den unerschöpflich weiten Feldern der Melancholie. Dass auch Badly Drawn Boy für sein kommendes Album Denis Jones als Remixer verpflichtet hat, spricht für sich und wird der Aufmerksamkeit für „Red + Yellow =“ hoffentlich noch einmal Auftrieb geben. Schon im Eröffnungstrack „Clap Hands“ erkennt der Hörer die Loop-Künste, bei denen im Patchwork-Stil das Piano, die Percussions und tiefe Beats zerfließen, ohne an Deutlichkeit einzubüßen. Bezeichnenderweise dürfen auch die Handclaps nicht fehlen, was keineswegs als vorhersehbar zu werten ist.

Immer mehr Soundausrichtungen finden sich allein in dem ersten Song wieder und so türmt sie sich auf, die Ode an die Schönheit fesselnder, musikalischer Eskapaden. Bläser und Gitarre in „Elvis“ tun der Freude am Album keinen Abbruch, ganz im Gegenteil. Ist es doch ungemein flächig und trotzdem so pflegeleicht kompakt. Wie sich in jedem Song die einzelnen Parts erst noch langsam annähern, egal ob akustisch oder elektronisch, um dann doch leidenschaftlich eins zu werden, ist eine Pracht, deren dunkle Magie bei „Rage“ von kernigen Gesang-Effekten geadelt wird. Resümierend gibt es keine Spur von einem Aussetzer, dafür stets ausdauernde Arrangements, wovon das gut acht-minütige Jazz-Stück „New Note“ neben „Clap Hands“ sowie „Sometimes“ besonders hervorzuheben ist.

Anspieltipps:

  • Clap Hands
  • Sometimes
  • New Note
  • Bastion Of Blood

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