Smith Westerns - Smith Westerns - Cover
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Smith Westerns Smith Westerns


  • Label: Fat Possum/SOULFOOD
  • Laufzeit: 30 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
4.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Was soll der geneigte Indie-Fan mit einem klangtechnischen Verbrechen wie diesem anfangen?

Man kann Indie-, Punk- und Garagenrock ja auf die unterschiedlichsten Arten interpretieren. Zum Beispiel durch die Aufnahmequalität eines Albums, die mit einer gewissen LoFi-Attitüde ausgestattet für die Authentizität der Straße und des dreckigen, urwüchsigen Rock’n’Roll stehen soll. Man kann es damit aber auch übertreiben, wie vier Teenager aus Chicago auf ihrem Debütalbum beweisen.

Smith Westerns nennen sie sich und brachten im Sommer des vergangenen Jahres in den USA ihren selbstbetitelten Erstling unters Volk, der jetzt auch weltweit veröffentlicht wird. Doch warum nur? Na klar, weil die Jungs tolle Songs mit schönen Melodien schreiben können („The glam goddess“)! Nur bis der Hörer zu der Erkenntnis vorgedrungen ist, mag es vielleicht schon zu spät sein. Denn Smith Westerns verstecken ihr Können hinter einer abgrundtief schlechten Nicht-Produktion, die jeden stolzen Stereoanlagenbesitzer bereits nach den ersten Tönen panikartig aufspringen lässt, weil er im Glauben ist, dass sein teures Juwel und/oder die Lautsprecher den Geist aufgegeben haben.

Doch Mitnichten! Die Jungs scheinen ihre Songs in irgendeinem Kellerloch mit wahllos aufgestellten Billigmikrophonen aufgenommen zu haben, die dem Klang-Dickicht aus Surren, Kratzen und Rauschen kaum Herr werden. Die Abmischung (wenn überhaupt von einer solchen gesprochen werden kann) fällt dazu so unverschämt leise aus, dass der Lautstärkeregler bis zum Anschlag aufgerissen werden muss. Wehe dem, der dies beim Einlegen der nächsten CD wieder vergessen hat. Hörschaden und Herzstillstand sind vorprogrammiert.

Was soll der geneigte Indie-Fan also mit einem klangtechnischen Verbrechen (das Cover erfüllt übrigens denselben Tatbestand) wie diesem anfangen? Gute Miene zum bösen Spiel machen und die Kompositionen im Stil „The Libertines meets T.Rex“ („Girl in love“) loben oder mal ganz ernsthaft nachfragen, wer sich so einen Soundmüll für teures Geld in die Wohnstube holen soll? Der Rezensent entscheidet sich für letzteres.

Anspieltipps:

  • Dreams
  • My heart
  • Gimme some time
  • The glam goddess

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