Paul Smith - Margins - Cover
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Paul Smith Margins


  • Label: Cooperative/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 47 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

13 Songs, die nicht zu Maximo Park gepasst haben.

Irgendetwas muss im Jahr 2010 in der Luft liegen, dass so viele Musiker Urlaub von ihren Bands nehmen und sich erstmals solo verwirklichen. Schaut man sich die Künstler mit Soloprojekten an, erhält man eine erstaunliche Liste: Brandon Flowers (The Killers), Brandon Boyd (Incubus), Fran Healy (Travis), Kele Okereke (Bloc Party), Carl Barat (The Libertines) und jetzt auch noch Paul Smith (Maximo Park). Das Ende ihrer Bands hat bisher keiner der Herren verkündet, doch für den einen oder anderen stellt der Solotrip Therapie und Selbstverwirklichung zugleich dar.

Dabei klingen manche Solowerke kaum anders als die Band-Alben in der Vergangenheit (Fran Healy, Brandon Flowers), während andere eine sehr deutliche Abgrenzung zum bekannten Band-Sound darstellen (Brandon Boyd, Kele Okereke). Mal schauen, was der Maximo-Park-Frontmann Paul Smith (31) ohne seine Bandkollegen auf die Beine stellen kann, zumal der letzte MP-Output „Quicken The Heart“ (05/2009) etwas schwächelte und das Ungezügelte des Debüts „A Certain Trigger“ (05/2005) vermissen ließ.

„Margins“ stellt mit seinen 13 Songs eine ungeschliffene Variante des Indie-Songwriters Paul Smith dar, der für seinen Soloausflug auf eine großspurige Produktion und die selbstbewussten Gesten der Popmusik verzichtet, womit er sich vom Sound seiner Band hörbar abgrenzt. „Margins“ ist sein eigenes Ding – und das soll man auch spüren. Und so geht es in Stücken wie „While you’re in the bath“ oder auch „I drew you sleeping“ richtiggehend intim zu, was nicht zu Maximo Park gepasst hätte, wie der 31-Jährige im Vorfeld der Aufnahmen richtig festgestellt hat.

Eingebettet in eine sehr überschaubare Instrumentierung aus akustischen Gitarren und dezenter Percussion sowie den Zutaten einer zurückhaltenden Rhythmustruppe um Drummer und Co-Produzent Andrew Hodson, entstand ein Album, das Paul Smith’ Verständnis für eingängige Kompositionen vielleicht nur noch andeutet („Dare not dive“), was aber durch die besondere Atmosphäre von Songs wie „Alone, I would’ve dropped“, „The tingles“ oder „Our lady of Lourdes“ wieder ausgeglichen wird. Darauf kann sich der aufgeschlossene Maximo-Park-Fan ohne weiteres einlassen, sofern er keine großen Hymnen und großmäuliges Muckertum erwartet.

Anspieltipps:

  • Dare not dive
  • Strange friction
  • I drew you sleeping
  • Our lady of Lourdes

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