Underoath - Ø (Disambiguation) - Cover
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Underoath Ø (Disambiguation)


  • Label: Roadrunner/WEA
  • Laufzeit: 39 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Da macht der Hörer mit Genre-Vorlieben große Augen. Post Hardcore auf dem sonst so schnörkellosen Musikmarkt? Seit At The Drive-In wartet man vergebens auf neue Hardcore-Könige. Sparta haben es versucht, sind an der eigenen Vorliebe für Stadionrock jedoch gescheitert. Überhaupt kann man nur noch wenigen Band nachsagen, sie seien Hardcore. Underoath gehören allerdings fraglos zu den wenigen verbliebenen, auch wenn ihr letztes Album ein gutes Durchschnittswerk war. Die Band konnte mit sich zufrieden sein und so ist die Frage, ob die Zufriedenheit für Ruhe gesorgt hat. Will sich das Sextett aus Florida überhaupt noch entwickeln oder sehen sich die Amerikaner auf dem Zenit? Der Albumtitel „Disambiguation“ – Begriffserklärung – klingt fast wie ein Lehrwerk, dass dem Hörer diesen Stil endgültig näher bringen soll. Wie aber soll man sich das vorstellen?

Gnadenlose Gitarren, die von einem treibenden Rhythmus vorangetrieben werden und dazu ein Shouter als Speerspitze, der die Nachricht der Band in die Welt hinaus schreit. Das scheint das einfache Rezept von „In Division“ zu sein, welches alle Weichkekse und Wattebauschwerfer verschrecken sollte. Hier werden keine Kompromisse gemacht und auch wenn die meist psychedelische Melodie unter all dem Krach hervorlugt, ist es immer noch Genuss unter einer Lärmorgie. Underoath nehmen keine Gefangenen, wenn sie loslegen. Bis auf drei Songs ist diese Tortur für Feingeister das Rezept des Albums. Die Stimmung ist gedrückt und ungewiss, gleichzeitig kraftvoll. Gerade wenn sich ein paar ruhige Momente einschleichen, fühlen sich einige zu Recht an die Deftones erinnert. „Paper Lung“ und „Driftwood“ sind gute Beispiele für die erzeugte Stimmung.

Anstatt sich auf weitläufige Soundlandschaften einzulassen – abgesehen von „Driftwood“ – gibt es jedoch keine Entwicklung wie bei den großen Deftones und auch weitaus weniger Überraschungen. Irgendwo zwischen Heavy, Dark, Metal, Hardcore und Psychedelic sind Underoath in ihrem nicht sehr großen, aber bis zum Rand gefüllten Klangkosmos und toben sich gewalttätig durch knapp vierzig Minuten. Zwar gibt es verschiedene Einflüsse im harten Kern der Lieder, doch noch fehlen die großen Einflüsse, um aus dieser harten Platte ein unnachgiebiges Edelmetall zu machen. Gelungen ist dafür das konsequente Durchhalten der harten Linie, was im Grunde nichts schlechtes ist. Anschnallen und auf die Zwölf, wenn ich bitten darf!

Anspieltipps:

  • Paper Lung
  • In Completion
  • Who Will Guard The Guardians

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