Gregorian - The Dark Side Of The Chant - Cover
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Gregorian The Dark Side Of The Chant


  • Label: Starwatch/WEA
  • Laufzeit: 66 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Bereits 1991 gegründet, hat es die Gruppe rund um Schöpfer Frank Peterson geschafft, einen völlig neuen Musikstil zu etablieren. Sie mischt traditionell gregorianische Gesänge des Mittelalters mit Pop und Rockmusik. Vorliegend ist nun ihr neustes Werk, das die Idee von „Dark Side“ (2004) wieder aufgreift und sich somit auf Rocksongs konzentriert.

Das Album beginnt mit einer Interpretation von „O Fortuna“, das dem mittelalterlichen Werk Carmina Burana entstammt und jüngst dank der Umsetzung von Corvus Corax zu neuer Beliebtheit gelangt war. Wer allerdings besagte Version im Kopf hat, wird von dieser Version enttäuscht sein, die sich eher schlicht präsentiert. Der Gesang rückt im Vergleich zu den Instrumenten beinahe in den Hintergrund, doch die Einzigartigkeit des gregorianischen Chorgesangs wird schon hier deutlich. Das Arrangement von „All I Need“ (Within Temptation) gibt dem Song etwas noch ruhigeres, was hauptsächlich an der typisch gregorianischen Gesangsart liegt, der in starken Kontrast zu der sehr Originalgetreuen Instrumentierung steht. „Hell's Bells“ kombiniert die klassische Instrumentierung von AC/DC mit typisch gregorianisch melodiösen Gesangslinien.

Mit „Born To Feel Alive“ präsentieren Gregorian die erste englische Übersetzung des Unheilig Songs „Geboren um zu leben“. Der Song wurde wirklich sehr originalgetreu umgesetzt und die englische Version macht definitiv Spaß! „My Heart Is Burning“, „Dark Side, Black Wings“ und „Dark Angel“ sind die Eigenkompositionen der Gregorians. Sie fügen sich ideal in das Gesamtkonzept der CD und runden so das Harmoniebild ideal ab. Wirklich gelungen ist die Gregorian Version von „Bring Me To Life“ (Evanescence). Die sonst von Amy so tragend gesungene Melodielinie wird mit dem klassischen Männerchor präsentiert, wohingegen die Rapparts von einer Sängerin durchaus fetzig interpretiert werden. Ebenfalls großartig ist „Frozen“. Dass der klassische Madonna Song bereits rockiger gecovert wurde ist ja kein Geheimnis, doch Gregorian gehen mit ihrer Version eine ideale Balance zwischen der klassischen und der rockigeren Version ein. Nach einer ebenfalls eher klassischen Interpretation von „Lucifer“ (The Alan Parsons Project) endet das Album mit dem ruhigen „Dark Angel“.

Eine nette Idee stellen die Interludes dar, die sich dem Hörer mit jedem Trackende offenbaren. Sie greifen Melodien bekannter Filme auf, die sich ideal ins Gesamtgefüge einpassen und die Songs auf interessante und einzigartige Weise verknüpfen. So findet man zum Beispiel eine Interpretation zu „The Ring“, „The 6th Sense“ oder „Sleepy Hollow“. Eine schöne Idee, wobei einigen Hörern gewiss die Eckigkeit oder Rauheit bei dem einen oder anderen Song fehlen wird. Doch das liegt wohl an der Macht der Gewohnheit.

Anspieltipps:

  • Hell's Bells
  • Bring Me To Life
  • Frozen

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