Nena - Best Of - Cover
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Nena Best Of


  • Label: Starwatch/WEA
  • Laufzeit: 79 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn Künstler von einer Plattenfirma zu einer anderen gehen, wechseln sie zwar den zukünftigen Vertriebspartner, die Rechte an ihren alten Songs verbleiben hingegen in aller Regel beim vorherigen Vertriebspartner. Dadurch kann es zu unglücklichen Konstellationen wie bei Nena kommen, die eben erst ihr Live-Album „Made In Germany: Live“ (09/2010) auf den Markt brachte, dem nun, keine zwei Monate später, von ihrem alten Label eine „Best Of“-CD hinterher geschoben wird. Wenigstens beruft sich die Plattenfirma darauf, dass es die erste „Best Of“ ist, die die Sängerin selbst mit gestalten durfte.

Im Großen und Ganzen ändert dies allerdings nichts daran, dass die Tracklisten beider Alben große Überschneidungen aufweisen, was die Frage nach der Sinnhaftigkeit einer zeitlich so dicht beieinander liegenden Veröffentlichung aufkommen lässt. Denn sowohl eine Live- als auch ein Best-Of-Album von Nena können auf gar keinen Fall ohne Hits wie „Nur geträumt“, „99 Luftballons“, „Leuchtturm“, „Liebe ist“, „Fragezeichen“ und „Wunder geschehn“ auskommen, die auf dem vorliegenden „Best Of“-Album zumeist in den neueren „Comeback“-Versionen vorliegen.

So weit, so unaufregend. Doch ein „Best Of“-Werk lässt bei der Zusammenstellung mehr Spielraum als eine „Greatest Hits“-Zusammenstellung zu, die sich im Normalfall nur an die Fakten aus der Hitparade halten muss. „Best Of“ bedeutet, dass der Künstler ein paar vergessene Perlen sowie persönliche Lieblingsstücke einbauen darf. An dieser Stelle kommt dann der zitierte Einfluss von Nena ins Spiel, die ein paar Songs abseits der üblichen Verdächtigen ausgewählt hat, die dieser Compilation die nötige Spannung verleihen.

So gibt es als Singleauskopplung eine Neueinspielung des 25 Jahre alten Liedes „Haus der drei Sonnen“ im Duett mit Peter Heppner (Wolfsheim), wir hören Kooperationen mit Schnodderschnauze Udo Lindenberg („Jetzt bist du weg“), Westbam („Oldschool Baby“) und natürlich Kim Wilde („Anyplace, anywhere, anytime“) – die freilich nicht zu den Exotensongs zählt – sowie uralte Kultstücke wie „Rette mich“ oder mit „Mein Weg ist mein Weg“ einen Beitrag vom umstrittenen „Cover Me“-Album. Dadurch lebt dieses Best-Of-Werk und verdient sich das Prädikat absolut hörenswert.

Anspieltipps:

  • Liebe ist
  • Fragezeichen
  • Jetzt bist du weg
  • Wunder geschehn
  • Mein Weg ist mein Weg

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