Caro Emerald - Deleted Scenes From The Cutting Room Floor - Cover
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Caro Emerald Deleted Scenes From The Cutting Room Floor


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 47 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

„New Orleans 1951: A bar full of genius players, double dealing, sweet talking players with more on their mind than numbers, converge where the hustlers lay on the sugar thicker than the cheap wine that flows in the back rooms of the gambling halls. Eyes shift to the white girl who is obviously lost or from out of town. And as soon as the timpani plays and she grabs the microphone, her voice moves her from pariah to princess of the pleasure dome. A coincidence? No, not really...” - Die niederländische Jazzsängerin Caro Emerald liebt einen starken Auftritt und unterstreicht dies in kleinen Anektoden zu den 12 Tracks ihres Debüts „Deleted Scenes From The Cutting Room Floor“, das in ihrem Heimatland beinahe mühelos den Rekord von Michael Jacksons „Thriller“ als Album mit den längsten Wochen auf Platz 1 knacken konnte. Hierzulande reichte es zwar nur für eine Top 10 Platzierung, für eine Newcomerin ist dieser Erfolg trotzdem äußerst beachtlich.

Dabei sind die Zutaten hinter Caro Emeralds Erstlingswerk alles andere als neu oder gar innovativ. Meist beherrscht nämlich ein griffiger Beat die Szenerie, Miss van der Leeuw (so heißt die Dame mit bürgerlichen Namen) betritt selbstbewusst das Parkett und schmiegt sich mit ihrem ausgebildeten Jazzorgan in den Gehörgang des verzauberten Publikums, während das Bühnenbild mit Swing, Jazz und Pop-Referenzen, sowie gelegentlichen Scratches („Absolutely me“) und Samples wie seligem Vinylrauschen, Beifall oder Gesangs- und Spoken Wordfetzen, die an Louis Armstrong („Dr. Wanna Do“) oder Zitate aus Filmen der 40er Jahre („That man“) erinnern sollen, gewürzt wird. Hat man hier nach ein paar Durchgängen allerdings schon jedes Detail ausfindig gemacht, befällt „Deleted Scenes From The Cutting Room Floor“ recht schnell die Einfallslosigkeit und die Halbwertszeit saust in den Keller. Übrig bleibt eine ausgezeichnete Stimme und ein auf cool und hip getrimmtes Klangbild, dessen Prämisse „Mehr ist Mehr“ auf Biegen und Brechen umgesetzt wurde.

Songs wie „Riviera life“ sind zwar flockig und locker aufbereitet, „The lipstick on his collar doesn´t seem to macht mine“ klingt nach dem nächsten James Bond-Song und „You don´t love me“ versinkt im radiokompatiblen Sammelsurium, doch die Steherqualitäten eines „A night like this“, das alle Zutaten perfekt vermengt oder ein mit grummelndem Trip Hop-Bass versetztes „I know that he´s mine“ werden als Höhepunkte viel zu selten angeboten, sodass der Großteil der Songs mehr nach „Mambo Nr. 5“ klingt als nach einer Pop infizierten Fassung von Diana Krall. In One Hit Wonder-Niederungen sollte man Caro Emerald deswegen jedoch nicht stecken, schließlich muss die Dame ihren Platz im Musikbusiness erst finden.

Anspieltipps:

  • Kansas
  • Untidaled
  • Born To Lose

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