My Chemical Romance - Danger Days: The True Lives Of The Fabulous Killjoys - Cover
Große Ansicht

My Chemical Romance Danger Days: The True Lives Of The Fabulous Killjoys


  • Label: Reprise/WEA
  • Laufzeit: 54 Minuten
Artikel teilen:
5.5/10 Unsere Wertung Legende
7.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Wer My Chemical Romance bisher nicht mochte, wird mit dem aufdringlichen „Danger Days“ auch nicht glücklich.

Zu Zeiten von „The Black Parade“ (2006) musste alles so dunkel wie möglich sein, zumindest oberflächlich: Schwarzer Albumtitel, schwarze Bühnenoutfits, schwarzes Image. Doch war das Album musikalisch ebenfalls so düster wie das von Medien gezeichnete Abbild von My Chemical Romance? Zumindest musikalisch erinnerte das Album doch eher an ein Feuerwerk, als an eine Dunkelkammer. „Als wir von der Black Parade-Tour zurückkamen, mussten wir unsere Leben neu definieren und uns selbst dekonstruieren. Wir wollten alles fallen lassen und sehen, was dann noch übrig ist. „Killjoys“ ist das Resultat davon – als würden wir gegen „The Black Parade“ rebellieren. Einen Standpunkt gegen unser eigenes letztes Album einnehmen“, sagte Gerard Way zuletzt in einem Interview mit der Visions. My Chemical Romance hatten genug von der Dunkelheit und von der Schiene, auf die die Medien und sie selbst sich gesetzt hatten. „Danger Days“ verstellt nun die Weichen: Vorhang auf für die neuen My Chemical Romance.

Zunächst einmal klingt „Danger Days: The True Lives Of The Fabulous Killjoys” zwar noch eine ganze Spur aufgedrehter als das letzte Album, jedoch auch aufgeräumter. Sprich: Weniger Prunk und Bombast. Aufgehellt sind nicht nur die nun schrägen Outfits der Band, sondern auch die Songs und ihre Wirkung: In Verbindung mit dem Video zur Single „Na Na Na“, in welchem die Bandmitglieder in Form ihrer neuen Alter Egos auftreten und einen futuristischen B-Action-Movie kreieren werden MCR zu einem farbenfrohem Potpourri, das glitzert und glüht. Übertreiben MCR mal wieder?

Vom Konzept können My Chemical Romance jedenfalls nicht die Finger lassen: Natürlich harmonieren die neuen Kleidungsstücke genauso mit dem Video wie auch dem Image, das sie jetzt von sich verkaufen wollen, ein Radiosprecher namens Dr. Death macht mehrere Ansagen im Verlauf von „Danger Days” und gibt dem Album somit einen Rahmen. MCR arbeiten prinzipiell mit den gleichen Mitteln wie früher, Hymnen gibt es nach wie vor genug. Sie schreiben jedoch fröhlichere Songs und streuen im Hintergrund immer wieder sirrende Keyboards ein. Viele Songs, wie zum Beispiel „Party Poison“, könnten Punkrock sein, wären sie nicht so sauber produziert.

„Three Cheers For Sweet Revenge“ (2004) hatte den Punch und die unumgängliche Dringlichkeit, „The Black Parade“ den Pomp und die großen Melodien, was hat „Danger Days“? Es mangelt dem Album jedenfalls an den Tugenden seiner Vorgänger. Vieles auf der neuen Platte ist zu kitschig geraten („Sing“), es wird die schon immer auffällige jugendliche Attitüde übertrieben und wirkt im schlimmsten Falle infantil („Na Na Na“), ein oder zwei Songs sind einfach nur egal („Planetary (GO!)“). In anderen Momenten führen die typischen MCR-Zutaten zu tollen Liedern („The Only Hope For Me Is You“, „S/C/A/R/E/C/R/O/W“, „Party Poison“). Jedenfalls: Wer My Chemical Romance bisher nicht mochte, wird mit dem aufdringlichen „Danger Days“ auch nicht glücklich. Doch sie haben etwas geschafft, was nicht vielen anderen Bands gelingt: Sich von einem alten, ungeliebten Image zu lösen und neu zu definieren.

Anspieltipps:

  • The Only Hope For Me Is You
  • Party Poison
  • S/C/A/R/E/C/R/O/W
  • Summertime
  • The Kids From Yesterday

Neue Kritiken im Genre „Rock“
5.5/10

Songs Of Experience
  • 2017    
Diskutiere über „My Chemical Romance“
comments powered by Disqus