Cee-Lo Green - The Lady Killer - Cover
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Cee-Lo Green The Lady Killer


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 48 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Auch wenn Green musikalisch typische Soul-Trademarks auffährt oder Chöre erklingen lässt, ist auch einiges zu sehr auf Pop und aalglatt gebügelt.

Die Tage, in denen Cee-Lo Green zusammen mit Danger Mouse als Gnarls Barkley Erfolge feierte, liegen nun schon ein Weilchen zurück. Doch „The Lady Killer“ kommt im Jahr 2010 gerade Recht, bedenkt man, dass Musiker und Musikerinnen wie Janelle Monáe, Aloe Blacc oder John Legend & The Roots bereits beachtliche Alben mit ähnlichen musikalischen Ansätzen vorgelegt haben. „Fuck You!“ ist längst ein Hit, und das ist bei dem spaßigem Text und der einhämmernden Hook auch kein Wunder. Doch wo landet Cee Lo Green im Langstreckenvergleich zu den Mitbewerber/innen?

Nach kurzer Ansage in Form eines Intros legt Green mit „Bright Lights Bigger City“ los: Synthie-Pop mit funkigem Unterbau läd zur Wochenendparty ein, hier fallen Greens Soul-Anleihen noch nicht allzu sehr ins Gewicht. Da gefällt schon eher der genannte Hit „Fuck You!“ (im Radio unter „Forget You“) mit seinem lässigem Klavier-Intro, der aufheulenden Orgel, Funkgitarre und nettem Chor. Es fehlt dennoch das bisschen Kante, der kräftige Biss in den Hintern, der einen wirklich großartigen Song ausmachen würde. Auf ähnlichem Niveau kommen Songs wie „Cry Baby“ oder „It's OK“ daher. Green versteht es, klassische Instrumentierung mit modernen Beats zu vermischen und erschafft so kleine, bunte, grell leuchtende Popsternchen. Mit dem verruchtem „Bodies“ oder „Please (Feat. Selah Sue)“ setzt Green ohne Kitsch gefühlvollere Akzente, die einem James Bond-Soundtrack nicht schlecht zu Gesicht stehen würden.

Unterm Strich fehlt Cee Lo Green die Vielfalt von Janelle Monáe, das klare Bekenntnis zum Retro-Style eines Aloe Blaccs und die musikalische Finesse der Kombo John Legend & The Roots. Doch „The Lady Killer“ ist außerordentlich leichtfüßig und vergeht im Handumdrehen, außerdem ist Greens unvergleichliche Stimme immer ein Ass im Ärmel. Die Melodien von Songs wie „Fuck You!“ oder „It's OK“ gehen wunderbar ins Ohr und bleiben dank Greens außergewöhnlichen Organ auch dort. Allerdings: Auch wenn Green musikalisch typische Soul-Trademarks auffährt und mit Breitwand-Sound Bläser („I Want You“), Streicher („Satisfied“) oder Chöre im großartigem „Old Fashioned“ erklingen lässt, ist auch einiges zu sehr auf Pop und aalglatt gebügelt. Insgesamt macht das eine gute, wenn auch nicht hervorragende Platte. Interessenten dürfen sich gerne versuchen, sollten im Zweifelsfall jedoch zur genannten Konkurrenz greifen, auch wenn diese vielleicht nicht ganz so partywütig ist.

Anspieltipps:

  • Fuck You!
  • Please (Feat. Selah Sue)
  • It's OK
  • Old Fashioned

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