Absynthe Minded - Absynthe Minded - Cover
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Absynthe Minded Absynthe Minded


  • Label: Vertigo/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 49 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Absynthe Minded sind in Belgien ein großes Ding, kennt man hierzulande gar nicht und repräsentieren gekonnte, radiotaugliche Mittelmäßigkeit. Meist dem Folk- und Indie-Rock anzusiedeln geben Jan Duthoy, Sergej van Bouwel, Renaud Gilbert und Jakob Nachtergaele auf Hammond Orgel, Kontrabass, Violine, Schlagzeug, Gitarre und vielerlei Vintage-Instrumenten ein hübsch nebenbei zu konsumierendes Popspektrum zum Besten, das gute Momente kennt, doch insgesamt harmlos dahersummt und die nötige Prise Einzigartigkeit vermissen lässt.

Ihr viertes Album erscheint nun dank Vertigo hier in Deutschland, in Belgien ist es bereits Ende 2009 veröffentlicht worden. Mit den ersten beiden Alben anno 2004 und 2005 erspielte man sich die nötige Anhängerschaft in unserem Nachbarland, bevor „There Is Nothing“ großen Radioerfolg und eine Support-Tour der belgischen Größen dEUs mit sich brachten. Das nun vorliegende Werk ist mittlerweile in ihrem Heimatland mit 3-fach Gold ausgezeichnet worden, hat den belgischen Music Industry Award in den Kategorien bestes Album, beste Single und beste Indie-Rock-Band regelrecht abgeräumt und wagt nun also den Sprung in internationale Gewässer.

Nach einem überkitscht zarten Opener wartet „Knows“ mit guten Ideen auf, die ihre Anfangstage als Bar-Band (daher der eigentlich sehr schöne, aber musikalisch ganz und gar nicht passende Bandname) mit gehörigem Gypsy-Rock-Einschlag heraufbeschwören. Schulmädchen-Zucker-Indie-Rock irritiert und nervt auf „Acquired Taste“ bevor „Heroics Part One“ überzeugenden Melancholie-Pop bietet. Ein Indiz das hier alle Kräfte an Songwriting beteiligt sind und musikalische Vielfalt in den Köpfen aller Beteiligter herrscht. So geht es weiter auf „Absynthe Minded“, ein Auf und Ab, viel überflüssiges, doch auch gute Ideen, und vor allem musikalisches Gespür für den richtigen Instrumenteneinsatz an der rechten Stelle retten den Longplayer vor Belanglosigkeit. Hinten stechen noch das expremintierfreudige und art-rockige „Choice“ und das schöne „In Bombay“ hervor, auch wenn man die Stadt nicht mehr so, sondern so wie Indier sie nennen, bezeichnen sollte. Macht nichts, beim nächsten Mal, die internationale Feuertaufe darf als bestanden angesehen werden. Rundherum ein Okay.

Anspieltipps:

  • Heroics Part One
  • In Bombay

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