Metallica - Six Feet Down Under EP - Cover
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Metallica Six Feet Down Under EP


  • Label: Interscope/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 52 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Für Metallica-Fans wird Weihnachten in diesem Jahr um zwei Monate vorverlegt. Denn mit der jüngst veröffentlichten EP „Six Feet Down Under“ (Achtung: Limitiert!) und dem Ende des Monats erscheinenden großen CD-DVD-Box-Set „The Big 4 Live From Sofia, Bulgaria” (zusammen mit Slayer, Anthrax und Megadeth) liegt zwei Jahre nach dem bei Fans und Presse äußerst wohlwollend aufgenommenen „Death Magnetic“-Studiowerk eine weitere amtliche Live-Vollbedienung vor, nachdem schon im vergangenen Jahr zwei DVD-Sets („Orgullo, Pasión, Y Gloria“ und „Français Pour Une Nuit“ erschienen sind. Und wem das nicht reicht: Mit „Live At Grimey's” erscheint Ende November eine weitere EP mit neun Live-Songs, die Metallica im Sommer 2008 in Grimey’s Record Store in Nashville aufgenommen haben.

Damit läuft die Multi-Millionen-Dollar-Maschinerie auch ohne neues Studiomaterial, an das vielleicht im Jahr 2012 zu denken ist, im Hause Metallica weiterhin wie geschmiert. Der Fairness halber muss aber gesagt werden, dass Metallica ihren Fans durchaus etwas fürs Geld bieten. Denn was bei den Metal-Heroen bescheiden als EP bezeichnet wird, fährt immerhin acht Songs bei einer Spielzeit von etwas über 50 Minuten auf, was einem vollwertigen Live-Album durchaus gleichkommt. Die „Six Feet Down Under“-Tracklist erscheint dagegen etwas merkwürdig und ist nicht mehr als ein kleiner Ausriss einer typischen Metallica-Show, die im Schnitt 20 Songs umfasst. Mehr als dies kann und will „Six Feet Down Under“ allerdings auch nicht sein.

Die Veröffentlichung der EP ist ein Dankeschön an die australischen Fans, die in diesem Jahr für eine ausverkaufte Metallica-Tournee auf dem fünften Kontinent gesorgt haben. Aus diesem Grund hat die Band acht Tracks ihrer bisherigen Australien-Tourneen aus den Jahren 1989, 1993, 1998 und 2004 zusammengetragen. Allerdings schneidet die Band ihre Konzerte erst seit 2004 in digitaler Qualität mit, um sie über ihre Homepage zu verkaufen. So haben sechs der acht Stücke eine Klangqualität, die die Herren von Metallica schmunzelnd als „bootleggy” bezeichnen.

Tatsächlich haben wir es mit absolut minderwertigen Tonkonserven zu tun, die blechern und hohl klingen und sogar die Unterhaltungen des Publikums gut hörbar wiedergeben. Da kann man sich vorstellen, unter welchen Bedingungen die Aufnahmen entstanden sein müssen. Lustig ist das „Hörvergnügen“ jedenfalls nicht – auch nicht für Hardcore-Fans des Bay-Area-Vierers. Der alte Spruch „klingt als würde man ein Schlagzeug die Kellertreppe herunterschmeißen“ darf hier gerne ein Comeback feiern. Es ist aber auch wirklich kein Vergnügen, wenn herausragende Songs wie „... And justice for all“ dermaßen von schlechter Tonqualität vergewaltigt werden wie hier. In Anbetracht des Preises dieser EP würde es nicht verwundern, wenn sich der eine oder andere Käufer etwas verarscht vorkommt.

Anspieltipps:

  • Devil’s dance
  • The unforgiven
  • Fight fire with fire

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