Aloe Blacc - Good Things - Cover
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Aloe Blacc Good Things


  • Label: Vertigo/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 48 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Früher bestand R&B aus mehr als nur ein paar dumpfen Bässen. Da durften Bläser und funkige Gitarren noch das Stimmbild mimen und Gesang hatte noch Seele und war nicht einfach auf HipHop oder Pop getrimmt. Die einen finden es altmodisch, die anderen haben Jahre lang darauf gewartet. Aloe Blacc kehrt zurück zu den Wurzeln, um sich mit einem Ur-Thema der noch jungen, amerikanischen Geschichte zu beschäftigen: Wie werde ich im Land der tausend Möglichkeiten zu Etwas? Für den Musiker ist seine Profession eine wichtige Konstante beim Streben nach Glück und so ist es nur verständlich, dass er Musik macht, um anderen zu helfen und nicht seinen eigenen Erfolg zu stärken. Über diese guten Vorsätze darf jeder seinen Teil denken. Gute Absichten wollen wir dem Soul-Musiker gar nicht absprechen und konzentrieren uns auf die Medizin für das Volk: seine Musik.

Trotz Universitätsabschluss kam für Aloe nie etwas Anderes als Musik in Betracht. Sein soziales Interesse brachte ihn nicht in die Politik oder die Wirtschaft, nein, Musik soll sein Umfeld verändern. Das klingt verträumt, fast schon kitschig und die Vorab-Single „I Need A Dollar“ propagiert den neuen, amerikanischen Traum fast schon aggressiv. Kein Wunder, ist „I Need A Dollar“ auch eine Auftragsarbeit für das Fernsehen gewesen, die sich mit derselben Thematik beschäftigte. Für solch auffälligen und vordergründigen Aufforderungen zur Besserung steht der Künstler Blacc dem Weltretter Blacc im Weg. So sehr die Texte auch von Problemen und Lösungsansätzen berichten, wird die Botschaft durch die Musik beinahe vergessen gemacht. Life So Hard“ klingt zum Beispiel so sehr nach klassischem Funk-Soul, dass man meint, durch den Raum zu schweben oder sich in einer Hollywood-Schaukel gemütlich Frust von der Seele baumelt.

Vergessen wir aber diesen politischen Anspruch des Albums und freuen uns über richtig starke und stimmige Soul-Musik der alten Schule. „You Make Me Smile“ lässt gar nicht zu, dass man sich auch nur eine Sekunde lang um die Gesellschaft sorgt. So viel Sonnenschein wie hier in einem Track scheint, findet man auf manchen anderen Alben nicht einmal über die komplette Laufzeit verteilt. Wer sich schon immer mal dem Modern Soul hingeben wollte oder lange keine funkige Gitarre mehr zu den meist hochqualitativen Stimmen dieses Genres gehört hat, der wird von Aloe Blacc mit ganz fantastischem Material beschenkt. Dass ausgerechnet die Single zu den schwächeren Liedern gehört, ist heutzutage ja keine Seltenheit mehr und so gibt es zumindest noch eine Menge auf dem Album zu entdecken, was den R&B-Größen des Mainstream zeigt, dass es auch anders geht.

Anspieltipps:

  • You Make Me Smile
  • If I
  • Mama Hold My Hand

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