Coma - Excess - Cover
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Coma Excess


  • Label: Indie Recordings/SOULFOOD
  • Laufzeit: 73 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Coma entziehen sich einer klaren Linie und sind somit besonders für Hörer geeignet die abwechslungsreiche Rockmusik mögen.

Die polnische Band Coma möchte Europa erobern und Grund genug ihr Territorium auszuweiten hat sie, in unserem Nachbarland zählen sie zu den momentan wohl populärsten Bands. Ihr Konzertalbum „Live“ hatte nach drei Verkaufstagen in Polen Platin-Status erreicht, was wahrlich kein alltägliches Unterfangen auf dem dortigen Musikmarkt ist. Eine solche musikalische Mischung aus Rock und Metal landet normalerweise nicht in den Charts, aber Coma vergessen nie eine gewisse Eingängigkeit beizusteuern.

„Excess“ ist nun das erste englischsprachige Werk der fünfköpfigen Band, aber wirklich neu sind nur drei Songs, die durch ihre abgekürzten Titel schnell ausfindig zu machen sind. Klar, mit neuem Material versucht man die Fans mit zu ziehen. Der große Rest sind Songs aus dem dritten Werk der Band „Hipertrofia“. Das ursprüngliche Doppelalbum war ein Konzeptwerk mit vielen nervigen Interludes und einigen Zwischenliedern, die für sehr unterschiedliche Kritikerstimmen sorgten. Nun wurde das Album abgespeckt, alles unnötige über Bord geworfen und nur die wichtigsten Musikstücke übrig gelassen.

Die Texte wurden aus dem Polnischen ins Englische übertragen und hierbei mussten natürlich einige Abstriche in Kauf genommen werden, damit die Phonetik passt und die Gesangsmelodien nicht verändert werden mussten. Der charismatische Sänger Piotr Rogucki musste wohl schwer Schlucken bei der Anpassung seiner Texte. Einige Einbußen bei der Ausdrucksstärke des Gesangs sind nicht zu überhören, vielleicht fühlt er sich einfach noch nicht so sicher im englischen Gesang. Die Stimme des Coma-Sängers ist der springende Punkt an dem sich die Geister wohl scheiden werden, weil er oft ein wenig krächzend und gequält klingt, aber er kann sowohl aggressiv als auch leicht bekömmlich trällern.

Musikalisch sind die Jungs wirklich gut und sehr variabel. Sie benutzen gerne sehr griffige und eingängige Riffs, spielen jene aber nie tot, weil in den Liedern immer genug passiert. So ergeben sich manche schliche Rocksongs („Struggle“) genau wie ausufernd lange Kompositionen mit leicht progressivem Charakter („Silence And Fire“). Ein wichtiges Merkmal sind die emotionalen Ausbrüche, bei denen Intensität des Gesangs und der Musik Hand in Hand gehen, einfach passend aufeinander abgestimmt sind. Zusätzlich schafft es die Band aus Lodz einen sehr klaren und transparenten Klang zu erzeugen, jedes Instrument ist sehr gut differenzierbar, was natürlich besonders am Bass auffällt, unter anderem in „Confusion“.

Coma entziehen sich einer klaren Linie und sind somit besonders für Hörer geeignet die abwechslungsreiche Rockmusik mögen, die viele Stile und Arten anschneidet, einen gewissen Anspruch erhebt aber gleichzeitig die Eingängigkeit nicht scheut. Nicht alles glänzt auf diesem Album, „F.T.P.“ (ausgesprochen Fuck The Police) klingt nach linker Punkrock Propaganda, aber bei einer Laufzeit von 73 Minuten kann sich jeder seine Favoriten zusammensuchen, ob mehr balladesk wie „F.T.M.O.“ oder energiegeladen wie „Poisonous Plants“.

Anspieltipps:

  • Excess
  • Poisonous Plants
  • Silence And Fire
  • F.T.M.O.

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