Triptykon - Shatter EP - Cover
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Triptykon Shatter EP


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 28 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Album-Nachschlag in Form einer EP ist fehlgeschlagen.

Thomas Gabriel Fischer hat mit seinem Celtic Frost-Nachfolgeprojekt Triptykon zwar bereits dieses Jahr mit „Eparistera daimones“ (03/2010) bewiesen, dass er auch mit einer komplett neuen Band die gleiche bitterböse Durchschlagskraft aufbieten kann wie bei seinem früherem Arbeitgeber, sodass lediglich fehlende Weitsicht den Gesamteindruck trübte und die Hoffnung auf ein insgesamt gewagteres Werk schürte, doch das war ihm scheinbar nicht genug. Zur großen Verwunderung gibt es eine mögliche Antwort auf den weiteren Werdegang der vielversprechenden Truppe nämlich bereits sieben Monate später mit der EP „Shatter“.

Bei einer Laufzeit von 28 Minuten könnte man auf den ersten Blick zudem nicht von einem Schnellschuss sprechen und durchaus einen legitimen Nachschlag erwarten, doch „Shatter“ ist alles andere als das. Wirklich neu sind eigentlich nur die beiden Tracks „I am the twilight“ und „Crucifixus“ aus den „Eparistera daimones“-Aufnahmesessions, da das titelgebende Stück bereits als Bonustrack für die japanische Ausgabe des Triptykon-Erstlings bereit stehen durfte und die zwei Live-Mitschnitte der Celtic Frost-Cover „Circle of the tyrants“ und „Dethroned emperor“ vom Roadburn Festival in Tilburg nun alles andere als unbekannte Kompositionen darstellen. Der Mehrwert für den Käufer tendiert somit quasi gegen Null.

Abgesehen davon ist „I am the twilight“ nur ein weiterer schleppender, geschwärzter Doom-Track, der erneut die bewährten Muster aufgreift, während „Crucifixus“ als wabernde Endlosschleife von verstörenden Samples und unheilvollen Synthesizerklängen durchzogen ist, die zwischen den beiden Studioaufnahmen und den gelungenen Live-Mitschnitten äußerst fehl am Platz wirkt. Dafür ist „Shatter“ mit dem Wechselspiel aus weiblichem Sirenengesang, männlicher Raspelstimme und unheimlichem Geflüster ein faszinierender Exkurs in den Tryptikon-Kosmos und zeigt für einen künftigen Longplayer in die richtige Richtung. Der Nachschlag in Form einer EP ist somit nicht vollkommen fehlgeschlagen, unter der angefügten Bezeichnung „Eparistera daimones accompanied“ hätte man sich allerdings trotzdem etwas mehr erwarten können.

Anspieltipps:

  • Shatter
  • Dethroned Emperor (Live)

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