Neaera - Forging The Eclipse - Cover
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Neaera Forging The Eclipse


  • Label: Metal Blade/Sony Music
  • Laufzeit: 40 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Neaera dürften mittlerweile jedem ein Begriff sein, der nicht mit Scheuklappen die deutsche Metalszene in den letzten fünf Jahren verfolgt hat. Bei fünf Alben seit 2005 allerdings auch wenig verwunderlich, da kann beinahe schon von Reizüberflutung gesprochen werden, weil Benjamin Hilleke (Gesang), Stefan Keller (Gitarre), Tobias Buck (Gitarre), Benjamin Donath (Bass) und Sebastian Heldt (Schlagzeug) stets konstante Qualität vorlegen konnten und erst mit dem letztjährigen „Omnicide: Creation unleashed“ (05/2009) kritische Stimmen laut wurden, die den angezogenen Brutalitäts- und Härtegrad missbilligten, war man mit einem Output der fünf Münsteraner eigentlich immer gut beraten.

2010 gibt es für Fans allerdings eine gute und eine schlechte Nachricht. Zuerst die Gute: Neaera rudern mit „Forging the eclipse“ zurück, verlassen die kalten Gefilde eines „Omnicide“ und steuern wieder den Trademarksound der Band an, der mit „Armamentarium“ (08/2007) perfektioniert wurde. Jetzt die Schlechte: Das war´s! Hilleke & Co. entwickeln auf Basis einer Blaupause wie „In loss“ oder „The orphaning“ keine frischen Zutaten, keinen Aha-Effekt, progressive Abzweigungen, Hintertüren oder sonstige Überraschungen. Es wird auf den Hörer in bekannter Melodeath-Manier eingeprügelt, hin und wieder regiert zünftiges Todesblei als Alleinherrscher, dann sind die Kompositionen wieder von Schwarzmetall geprägt, doch spannend klingt definitiv anders. Vor allem wenn die komplette Neaera-Diskographie im Schrank steht und bereits unzählige Umdrehungen auf dem Buckel hat.

Sogar Ausnahmegrunzer Benny ist souverän, aber nicht überragend. Er brüllt, kreischt, keift und röhrt, was die Stimmbänder hergeben, aber das kennt man eben alles schon. Inmitten dieser bekannten Territorien ist es geradezu eine Wohltat, wenn ein ruhiges Zwischenspiel erklingt („Rubikon“), eine wehmütige Melodie den Song beendet („Sirens of black“) bzw. unterstützt („And to posterity a plague“) oder eine instrumentale Verschnaufpause die Schlachtbank stilllegt („Certitude“). Neaera wollen mit „Forging the eclipse“ zweifelsfrei Wiedergutmachung leisten, bewegen sich aber auf altbekannten Pfaden, die den Biss früherer Veröffentlichungen vermissen. Bei dieser Workaholic-Prozedur musste es ja früher oder später dazu kommen. Und jetzt alle: B-U-R-N-O-U-T!

Anspieltipps:

  • Rubikon
  • Sirens Of Black
  • And To Posterity A Plague
  • Eight Thousand Sorrows Deep

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