Subway To Sally - Nackt II - Cover
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Subway To Sally Nackt II


  • Label: Universal
  • Laufzeit: 53 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Moment, Subway To Sally „Nackt“ – gab es das nicht schon mal? Oh ja, und so lang ist das noch gar nicht her. 2006 brach die Band aus Potsdam erstmals auf, um ihr Programm unplugged auf die Bretter zu bringen – ein einmaliges Unterfangen, wie man immer wieder beteuerte. Nun, „einmalig“ ist in Musikerkreisen manchmal ein dehnbarer Begriff. Doch der Erfolg gibt den sieben Vollblut-Spielleuten samt Gästen an Percussion und Cello recht: ausverkaufte Hallen in ganz Deutschland und einige der interessantesten Songinterpretationen der Bandgeschichte schreien geradezu nach einer Fortsetzung. Und als eine solche will „Nackt II“ auch verstanden werden – nicht etwa als eine Wiederholung der erfolgreichen ersten Tournee.

Ein Blick auf die Trackliste des nun erscheinenden Mitschnitts auf CD und DVD offenbart bis auf wenige (verzeihliche) Ausnahmen wie „Sieben“ oder „Ohne Liebe“ in der Tat kaum Überschneidungen mit dem „Nackt I“-Programm. Löblich! Davon können sich so manche Kollegen gerne eine Scheibe abschneiden.

Los geht es überraschenderweise mit einem Percussionsolo, gefolgt von „Die Schlacht“. Ein gewagtes Unterfangen, das in diesem Fall allerdings unbedingt aufgeht. Die darauf folgende Setlist liest sich wie ein Best-Of-Querschnitt durch alle Alben der Band. Von „Henkersbraut“ über „Eisblumen“ bis zu „Auf Kiel“ und „Veitstanz“ ist die Hit-Dichte tatsächlich sogar ein Stück größer noch, als bei der ersten „Nackt“-Veröffentlichung. Zumal gerade ursprünglich brachiale Titel der Marke „Falscher Heiland“ in der abgespeckten Variante überraschenderweise durchaus zu überzeugen wissen. Eine angenehme Dreingabe sind auch die extra für diese Tour komponierten Songs „Bruder“ und „Spielmann“, die in ihrem folkigen Gewand tatsächlich etwas an die frühen Werke der Band erinnern.

Unterstützt wird dieser Eindruck von einem erfreulich scharfen Bild, überzeugendem Ton und einer gewohnt spielfreudig aufspielenden Band. Lediglich die in ihrer Qualität nicht zum Rest der Aufnahme passenden Publikumsreaktionen sind ein echtes Ärgernis. Das Bühnenbild verbreitet im Stil eines Caspar David Friedrich Gemäldes definitiv Atmosphäre von anziehender Mystik, dafür besitzt der Rest des Konzertsaals leider keinesfalls das Ambiente, das die außergewöhnlichen Aufführungsorte der „Nackt I“-Tour zweifellos hatten. Und auch das Bonusmaterial ist nur in Teilen informativ und wirkt etwas lieblos zusammen geschustert. Warum zum Beispiel die überflüssigen Crew-Interviews, wenn beispielsweise eine Dokumentation über die Entstehung des Bühnenbildes an dieser Stelle durchaus interessant hätte sein können?

Anspieltipps:

  • Die Schlacht
  • Bruder
  • Falscher Heiland
  • Die Ratten

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