Smokie - Take A Minute - Cover
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Smokie Take A Minute


  • Label: Ferryhouse/WEA
  • Laufzeit: 43 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Text über Smokie ohne „Living Next Door To Alice“ zu erwähnen, ist wie Clarke Gable nicht mit „Vom Winde Verweht“ in Verbindung zu setzen. Manche Dinge haben sich so sehr in den Geist der Zeit fest gebissen, dass sie unweigerlich wieder auftauchen. Unkraut vergeht nun einmal nicht. Nach sieben Jahren Pause im Herbst ihrer Karriere wagen sich Smokie mit neuem Material wieder auf die Bühnen der Welt. Es gibt nicht viel, was dafür spricht, dass die Band dieses Mal ein Meisterwerk abliefern wird. „If You Think You Know How To Love Me“ war der erste und einer der wenigen Lichtblicke für den Pop/Rock der jüngeren Geschichte. Ansonsten wurde die Band mit fast schon stupiden Gassenhauern bekannt, die sich dadurch auszeichnete, dass man sie nicht mit Gefühl, sondern im berauschten Zustand singen wollte.

Dieser Makel wurde in den letzten Jahren eingedämmt und auf Smokies neuem Album „Take A Minute“ wird man vergebens nach Hymnen fürs Festzelt suchen. Anstatt dessen wird man mit belanglosen Rocksongs bombardiert. Der Touch vergangener Jahrzehnte klebt deutlich an jedem Instrument der Stimme und so ist der Hörer auf eine authentische Zeitreise eingeladen. Smokie haben sich keinesfalls neu erfunden, sondern versuchen innerhalb ihrer Grenzen etwas Neues zu zaubern. Sei es der Titeltrack oder die nächsten zwei Stücke, mehr als langatmiger Rock der alten Schule darf nicht erwartet werden. Über das ganze Album verteilt finden sich belanglose Rocksongs („Friends Will Be Friends“, „I Don't Want To Lose You“), die stark an das Schicksal Bon Jovis erinnern. Alles nicht schlecht, aber schon so oft gehört, dass der Aha-Effekt ausbleibt und man aus Versehen auch gerne gähnt.

Die positiven Seiten dieses Albums sind tatsächlich die spaßigen Tracks, die allerdings weniger in Bierzeltstimmung verfallen, als an Wilco zu erinnern. Der Gesang bleibt am ganz eigenen Stil kleben, doch „This Is What I Did“ überzeugt mit Country-Piano-Klängen und „Celtic Days“ erfreut den Hörer mit Geigern und einer Portion guter Laune. Auch hier vermisst man die ganz großen Ohrwürmer, doch zumindest gehen diese Stücke nahtlos ins Ohr über. Auch „Let's Do It Again (The Hangover Song)“ bringt genau das was man vom Titel erwartet. Diese guten Ausrutscher nach oben, die noch ein Restgefühl für Melodien beweisen, retten das neue Smokie Album von einer Enttäuschung ins Mittelmaß. Altgediente Smokie-Fans, die der Band bis heute treu geblieben sind, machen mit diesem Album nichts falsch. Ansonsten ist der Markt allerdings überfüllt mit diesem Old-School-Rock und andernorts wird er auch schon mal besser interpretiert.

Anspieltipps:

  • Let's Do It Again (The Hangover Song)
  • Celtic Days
  • This Is What I Did

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