Imaad Wasif - The Voidist - Cover
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Imaad Wasif The Voidist


  • Label: Viva Hate Records
  • Laufzeit: 43 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Freunde meiner Freunde sind auch meine Freunde. Diesen Ausspruch hat man bereits in einigen Filmen gehört und auch auf die Musik kann man diese Theorie gut projizieren. Wenn die Yeah Yeah Yeah's, The Raconteurs oder RTX Imaad Wasif gerne als ihren Voract wissen, warum sollten Anhänger dieser Gruppen dann nicht auch den verschrobenen Rockpoeten lieben? Dieser Name steht seit 2006 für psychedelische Rockmusik, die in einem Moment noch nach esoterischem Songwriter und im nächsten Moment nach alter Prog-Schule klingt. Wer also ausgefallene Liederschreiber mag, der sollte an Imaad Wasif seine helle Freude haben. Wer bis jetzt – verständlicherweise – noch nicht allzu viel mit diesem exotischen Namen anfangen kann, der bekommt auf „The Voidist“ elf gute Gründe genau hinzuhören.

Allein die Titel verraten die alten Rockwurzeln Wisafs. „Our Skull“, „Her Sorcery“, „Priestess“: all diese Titel haben zumindest einen Beigeschmack der epischen Rocksagen, die die alten Rockikonen so schätzten. Wer jetzt aber lautes Gitarrengewitter erwartet oder einen progressiven Strudel, der alles um sich herum mitreißt, ist schief gewickelt. Psychedlic-Rock ist das Zauberdoppelwort. Wie es sonst nur Bands der Marke Porcupine Tree schaffen, errichtet Imaad Wasif ein Songkonstrukt, das den Hörer durch den Raum schleudert und keine Stellen zum Festhalten offenbart. Ob wütende Riffs in „Fangs“ auf den Hörer niederschmettern oder „Widow Wing“ mit lieblicher Akustikmusik den Hörer immer tiefe in eine Höhle von Klängen einlädt, wo sich dieser gerne verliert, Wasif bietet eine Mischung aus Rock und Balladen, die nie langweilt und weiß, wann sie interessant und wann sie brachial wirken muss.

Den Hang zu gemütlichen Songwritern kann man bei Wasif klar heraushören, wenn immer wieder luftig leichte Gitarrenakkorde durch den Saal schweben und die Rockpassagen unterbrechen. „The Hand Of The Imposter (Is The Promise Of My Own)“ ist dann sogar eine kuschelige Nummer, die einfach nur zum Träumen einlädt. Überhaupt will Imaad Wasif mit seinem Rock nicht unbedingt brodelnde Massen vor sich wissen, sondern genießende. Tracks wie „Daughter Of Fire“ sind zwar Rocksongs, doch jene die eingesogen werden möchten und nicht für bebende Zuschauermengen sorgen. Hier schließt man gerne auch mal die Augen und lässt sich von den Strömen der Melodie treiben.

Es gibt genug verzerrte Gitarren, die das psychedelische Bild des Albums prägen. Dazu kommen echte Riffs für RockerInnen („Fangs“, „Razorlike“), aber auch ein paar Balladen für die ruhigen Gemüter („Another“, „Her Sorcery“). Dazu gesellt sich eine sehr gute Auswahl an Liedern, die Mit Effekten nicht nur haschen, sondern wirklich wirken und den Hörer auf eine Musikreise Durch die letzten 20 Jahre schicken. Memoiren an den Rock vergangener Tage wird zeitlos und voller Herzblut und einem Gespür für interessante Arrangements kredenzt. Wem psychedelischer Rock der gemütlicheren Sorte also genehm ist, dem bleibt nur noch zu sagen: Wohl bekomm's!

Anspieltipps:

  • Razorlike
  • Widow Wing
  • Redeemer

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