Milking The Goatmachine - Seven... A Dinner For One - Cover
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Milking The Goatmachine Seven... A Dinner For One


  • Label: Napalm Records
  • Laufzeit: 35 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Um das kleine Plattenlabenlabel Anstalt Records, ein 2009 gegründeter Ableger von Nuclear Blast, ist es schnell sehr still geworden. Nur eine der ursprünglich drei dort beherbergten Newcomer-Bands hat nun, nach dem Wechsel zu Napalm Records, bewiesen, dass sie das Zeug zu größeren Taten hat. Mit „Musik von Ziegen über Ziegen“ als omnipräsentes Markenzeichen lag die Vermutung nahe, dass Milking The Goatmachine ein Spaßprojekt für ein Album sind. Doch mit ihrer jetzt vorliegenden zweiten Scheibe scheinen sie sich erst so richtig entfaltet zu haben.

„Seven… A Dinner For One“ hat sich den Wolf und die sieben Geißlein zum Leitthema gemacht. Ganz logisch, jedenfalls wenn man eine Ziegenband ist. Mit ihrem Grundgerüst aus Grindcore und Death Metal sowie einigen Spezialgewürzen vertonen Goatleeb Udder (Vocals, Schlagzeug) und Goatfreed Udder (Gitarren, Bass) ihr Konzept auf eine teils recht originelle, amüsante und abgedrehte Weise. Dabei knüppeln dir Böcke öfters im Schleudergang („Beware Of The Wolf“, „Crunchy And Tasty“), wählen aber auch immer wieder gerne einen schleppenden Rhythmus bzw. spielen mit Tempowechseln. Das tiefe Grunzen am Mikrofon wird dann und wann von kuriosen Pig Squeals abgelöst, die wohl selten so sympathisch dargebracht werden wie bei dieser Band.

Hervorstechend sind das coole, stimmungsvolle „Here Comes Uncle Wolf“, zu dem auch ein denkbar schräges Video gedreht wurde, und „Ding Dong“, da schlichtweg am lustigsten. „Ding Dong“ lässt sich auch als eine Art Pendant zu „Bingo Bongo“ betrachten, eines der Stücke, die vom Debütalbum „Back From The Goats“ am längsten hängenblieben. Stellt man den Vergleich mit der Vorgängerplatte an, zeigen Milking The Goatmachine auf „Seven… A Dinner For One“ noch mehr Pepp und Kreativität. Dafür verkommen manche Songs diesmal zu reinen Zwischenspielen, aufgrund ihrer sehr kurzen Dauer. „Seven… A Dinner For One“ hat eben eine kürzere Spielzeit als das Debüt, jedoch zwei Nummern mehr auf der Tracklist.

Nach zehn Titeln scheint das eigentliche Konzept abgehandelt zu sein und es beginnt eine Reihe von Coverversionen, die mal mehr, mal gar nicht mehr an das Original erinnern. Zumindest kommen einem die Namen der Stücke seltsam bekannt vor. So werden aus „Seven… A Dinner For One“ zwei Akte, oder ein Album, das zu etwa 30% aus Bonustracks besteht. So oder so eine feine Idee, da der Gefahr, dass alles gleich klingt (wofür Grindcore ja besonders anfällig ist) damit gekonnt entgegengewirkt wird.

Überhaupt verstehen es Milking The Goatmachine, ihre metallenen Trommelfellattacken immer wieder durch Tempovariationen, Samples, kurze musikalische Zitate oder sonstige Ideen aufzulockern. Daher klingt „Seven… A Dinner For One“ für Grindcore-Verhältnisse erstaunlich „unanstrengend“. Trotz der knackig produzierten Härte haben Goatleeb und Goatfreed in ihrem Sound eine gewisse Gelassenheit gefunden. Der Grindcore / Death Metal, den Milking The Goatmachine fabrizieren, ist spritzig, inspiriert, unterhaltsam und haut nebenbei natürlich auch so rein, wie deftiger Metal eben reinzuhauen hat. Und diesen Stil haben sie auf ihrem zweiten Album sogar noch verfeinert. Dem bösen Wolf namens Kreativer Stillstand zeigen diese Ziegen bislang mit Leichtigkeit den Stinkefinger. Man darf gespannt sein, ob / wie das noch weitergeht.

Anspieltipps:

  • Her Comes Uncle Wolf
  • Ding Dong
  • Like A Goatmachine

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