The Strange Death Of Liberal England - Drown Your Heart Again - Cover
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The Strange Death Of Liberal England Drown Your Heart Again


  • Label: DevilDuck/INDIGO
  • Laufzeit: 48 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

2007 hinterließ das Mini-Album „Forward March!” von The Strange Death Of Liberal England einen eher zwiespältigen Eindruck. Einerseits beeindruckt von den seltsamen zwischen Post-Rock und Indie-Pop a la Arcade Fire changierenden Songs, andererseits das nahezu ungestüme, manchmal unkontrollierte Vorgehen der Band. Produzent Dave Allen (The Cure, Depeche Mode, The Chameleons) stieß in London 2008 auf das Werk und erkannte das Potential der Band. Er verliebte sich in ihre Musik und so war der Kontakt schnell geknüpft. Die Kollaboration mit Produzent Allen mündete schließlich im vorliegenden Album „Drown Your Heart Again“.

Inzwischen hat sich der Sound der Band zwar nicht grundlegend, jedoch en Detail, partiell auch im Großen und Ganzen verändert. Dave Allen hat dabei wesentlichen Anteil, denn die Songs wurden ausgewogen produziert ohne sie künstlich gleich zu schalten. Bereits das Coverartwork mit den Fotos vom Meer, auf welches TSDOLE-Sänger Adam Woolway von seiner Wohnung aus blickt, vermittelt erste Eindrücke des britischen Sounds, der seine Vorbilder The Cure und The Smiths nicht leugnet, jedoch in der Summe gänzlich anders klingt.

Mit „Flickering Light“ starten TSDOLE ihren orchestralen Pop, der die sanft-melancholische Seite mit der hymnisch-euphorischen verknüpft. Wenn man Vergleiche bemühen will, dann können die Engländer irgendwo zwischen Arcade Fire und Friska Viljor verortet werden, wobei die vorher genannten Cure und Smiths als grundlegende Verankerung dienen. Immer wieder verstärken Bläser und Streicher die fünfköpfige Band, die den Songs etwas Erhabenes, hin und wieder Feierliches verleihen. Das Meer wird dann auch immer wieder thematisch (z.B. auf „Flagships“ oder „Rising Sea“) verarbeitet, für Sänger Adam Woolway hat es etwas Spirituelles, wie er selbst sagt und so rollen auf den Hörer die musikalischen Wellen in Form dieser überzeugenden zehn Songs zu. Woolways Stimme rollt und vibriert in typisch britischer Manier, wird von Chorstimmen und mit den orchestralen Klängen empor gehoben.

Auf Songs wie z.B. „Lighthouse“ schimmert gar die britische Folk-Tradition aus dem Breitwand-Pop heraus, manche darf man – mit Verlaub – als moderne Indie-Shantys bezeichnen, nicht nur der schunkelnden Klänge auf „Autumn“ wegen. Das Meer erinnert an Ursprung, ist Natur pur, Quelle der Melancholie, der Einsamkeit, der Freiheit, des Eskapismus und des Glücks, wie auch Adam Woolway weiß. Dementsprechend wiegt „Drown Your Heart Again“ auch zwischen jenen Elementen, die das Leben und die Musik letztlich interessant machen. Zum Finale gibt es Meeresrauschen, Pauken, Trompeten und die Stille. Ein Fest der Melancholie und des Glücks!

Anspieltipps:

  • Rising Sea
  • Autumn
  • Shadows
  • Yellow Flowers

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