Opeth - In Live Concert At The Royal Albert Hall - Cover
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Opeth In Live Concert At The Royal Albert Hall


  • Label: Roadrunner/WEA
  • Laufzeit: 300 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Bei einem 3,5 Stunden andauernden Konzert dürfte kein Fan dieser Band enttäuscht werden.

Keiner kann behaupten, dass die Mannen von Opeth mit DVD-Veröffentlichungen geizen, denn das Konzert aus der Royal Albert Hall erscheint gerade mal zwei Jahre nach den „Roundhouse Tapes“. Zur Rechtfertigung können aber gleich mehrere Gründe angeführt werden, allen voran das 20jährige Bandjubiläum, welches, wie uns Mikael Akerfeldt im Interview erzählt, die Jungs eigentlich in einer Kneipe im heimatlichen Stockholm verbringen wollten. Nun gut, statt dessen haben sie eine kleine Tournee mit sechs Konzerten in besonderen Lokalitäten veranstaltet, darunter in der Essener Lichtburg, dem größten Kinosaal Deutschlands, und ihr wohl größtes Konzert in der Londoner Royal Albert Hall. Welcher Musiker möchte eigentlich nicht einmal in dieser legendären Stätte auftreten, in der Größen wie Cream, Led Zeppelin oder Deep Purple gespielt haben. Opeth gehen sogar soweit und stellen das Cover des 69er Albums von Deep Purple nach und zollen somit ihren Vorbildern Tribut.

Einen Grund für die DVD haben wir also schon mal abgehakt, der nächste erschließt sich sobald die Signale der abgelesenen Setlist der ersten von zwei DVDs im Gehirn verarbeitet wurden. Genau, das ist doch das vollständige „Blackwater Park“ Album und jenes feiert wiederum sein 10jähriges Jubiläum. Zugegeben könnte man aus allem irgend ein Jubiläum machen, aber dieses Album verhalf den Schweden zum Durchbruch und gehört bis heute zu den beliebtesten der Fans. Und wer hat es produziert? Kein geringerer als Steven Wilson. Damit wären wir also bei DVD Nummer eins und einem sehr wortkargen Mikael Akerfeldt. Keine Ahnung wie er es schafft nicht irgend einen Blödsinn zu reden, aber er schweigt tatsächlich. Wahrscheinlich wollten Opeth möglichst getreu das Album wiedergeben, ohne zu große Pausen, ohne Gesülze. Genau das gelingt ihnen auch, denn sie spielen das Album mit so einer Routine und Sicherheit, als ob es das normalste der Welt wäre. Erst am Ende dieses Sets kommen die ersten Worte über die Lippen Mikaels: „See you in ten minutes!“.

Die zweite DVD bietet einen Überblick über das Schaffen der Band in chronologischer Reihenfolge, „Evolution XX“ wird das genannt. Das gab es im Prinzip schon auf der letzten DVD möchte man einwenden, ja, aber mit anderem Liedgut und anderem Gitarrist. Führen wir an dieser Stelle also noch einen kleinen Grund für das neue Videomaterial auf, den Wechsel an der Gitarre. Jeder sollte doch wissen wie Fredrik Akesson aussieht, der Mann, der während des Essens schon von der nächsten Mahlzeit spricht. Apropos Gitarre, Herr Akerfeldt spaziert seine neue schicke PRS Signature Model mit dem Opeth-Emblem über die Bühne und er macht endlich wieder seine Späßchen zwischen den Stücken. Alles läuft glatt, jedenfalls bis zum letzten Song, in dem die Gitarre von Akesson ausfällt, aber alle warten geduldig auf die Fortsetzung.

Zum Glück ist der Schnitt nicht zum typischen Metalgemetzel mutiert, er ist sogar noch ruhiger ausgefallen als auf der „Roundhouse Tapes“. Häufigkeit und Art der Bildwechsel ist an die Musik angepasst und immer wieder Blicke aus der Totalen von den Rängen. Nur geht der Fakt ein wenig unter, dass das Konzert in der Royal Albert Hall ist, weil das Innere nur selten von der Bühne aus zu sehen ist. Der Klang in Stereo ist klarer als auf der Vorgänger-DVD (über den 5.1. Klang sowie das Äußere kann an dieser Stelle nichts ausgesagt werden, da das Promomaterial nicht als richtige DVD vorlag). Im Endeffekt finden sich keine Kritikpunkte des vorliegenden Konzerts.

Als Beigaben haben uns Opeth ein 40-minütiges Interview mit Mikael und eine ebenso lange Tourdokumentation vorbereitet, wobei das Interview deutlich interessanter ist, weil Mikael ein charismatischer und lustiger Typ ist, dem man einfach gerne zuhört. Er beantwortet ausgewählte Fragen von Fans und wirkt manchmal wie ein Märchenonkel, der aus seinem Leben erzählt. Bei einem 3,5 Stunden andauernden Konzert dürfte kein Fan dieser Band enttäuscht werden, denn Opeth bringen den Death Metal in die Hallen der feinen Kultur, so hat es zumindest der Kopf der Band formuliert.

Anspieltipps:

  • The Drapery Falls
  • Blackwater Park
  • The Moor
  • Hope Leaves
  • The Lotus Eater

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