The Man-Eating Tree - Vine - Cover
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The Man-Eating Tree Vine


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 50 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Als Sentenced 2005 wegen persönlicher Gründe ihre Auflösung bekannt gaben, war der Aufschrei in der Fangemeinde groß. Der „Melancholic Rock“ würde nach „The funeral album“ (07/2005) wortwörtlich zu Grabe getragen werden und eine direkte Nachfolge war abgesehen von den ähnlich agierenden Poisonblack (letztes Album „Of rust and bones“ vom März 2010) nicht in Sicht. Dies dürfte sich jetzt scheinbar ändern, denn The Man-Eating Tree vereint nicht nur Sentenced-Drummer Vesa Ranta und Poisonblack-Gitarrist Janne Markus, sondern schlägt mit dem Debüt „Vine“ in eine ähnliche, wenn auch mit Vorsicht zu genießenden Kerbe. Gemeinsam mit Mikko Uusimaa (Bass), Heidi Määttä (Keyboard) und den Fall Of The Leafe-Sänger Tuomas Tuominen generieren The Man-Eating Tree melancholische Düsterstimmung, leiden aber an den einen oder anderen Abstimmungsschwierigkeiten, die einen höheren Ohrgasmus verweigern.

Wow, was für ein Einstieg! „Lathing a new man“ breitet sich behutsam aus, man hört Meeresrauschen, dezent gezupfte Gitarren und plötzlich packt einen die Saiten-Schlagzeugfraktion bei der Kehle, lässt kurz darauf wieder los und rollt den Teppich für Sänger Tuomas aus, der sicherlich nicht überall auf offene Ohren stoßen wird. Mit einer starken Singstimme ausgestattet, die allerdings oft in pathetisches Geraunze ausartet und so einige emotional berührende Momente nicht gänzlich passend auskleidet, hat der Gute im Vergleich zu einem Ville Laihiala in punkto Nuancierung jedenfalls einiges aufzuholen. Prinzipiell ist Tuominens Leistung aber mit jedem weiteren Durchgang verschmerzbarer und birgt ausreichend Potential The Man-Eating Tree auf zukünftigen Longplayern sein Organ zu leihen.

Musikalisch sieht das hingegen wieder anders aus. „Vine“ hält mit eindrucksvollen Stimmungsgebilden aus herbstlichen Schattierungen keinesfalls vor dem Berg und spielt gut und gerne mit der bewährten Laut-Leise-Dynamik, doch man wird das Gefühl nicht los lediglich drei Songvarianten angeboten zu bekommen, die sich auf minimal unterschiedliche Art und Weise vor dem Hörer ausbreiten. Produzent Hiili Hiilesmaa (Apocalyptica, HIM, Amorphis, Theatre Of Tragedy) offeriert ebenso eine wärmende Klangdecke, aber alles in allem bleibt der Eindruck bestehen, dass die Tracks auf „Vine“ noch längst nicht alles sind, was uns die Sentenced/Poisonblack-Kollaboration auftischen kann und das Ende der kompositorischen Fahnenstange keinesfalls erreicht ist. Fazit: Der Erstling von The Man-Eating Tree ist ein guter Vorgeschmack auf kommende Großtaten. Mit (hoffentlich) viel Luft nach oben.

Anspieltipps:

  • Amended
  • The White Plateau
  • Lathing A New Man
  • Of Birth For Passing

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