Ill Nino - Dead New World - Cover
Große Ansicht

Ill Nino Dead New World


  • Label: AFM Records
  • Laufzeit: 45 Minuten
Artikel teilen:
3.5/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Stumpfe Nu-Metal-Posen und eindimensionales Gebelle ersticken alle Ambitionen im Keim.

„Enigma“ (03/2008) war zurecht ein riesengroßes Fragezeichen. Ill Nino warfen auf ihrem vierten Longplayer jegliche Kreativität über Bord, beschränkten sich lediglich auf ihre Mixtur aus perkussiven Vibes und zahnlosem Nu-Metal und traten dem Hörer damit gehörig gegen das Schienbein. 2 1/2 Jahre später ist die Sachlage unverändert. Cristian Machado (Gesang), Diego Verduzco (Gitarre), Ahrue Luster (Gitarre), Lazaro Pina (Bass), Daniel Couto (Perkussion) und Dave Chavarri (Schlagzeug) bieten kein runderneuertes Hackschnitzel-Riffing, frische, lateinamerikanische Trommelrhythmen oder sonstige interessante Eckdaten, die man vielleicht erwähnen könnte. „Dead new world“ ist ein Déjà vu in jeder Hinsicht und noch dazu ein Schlechtes.

Die selbe Struktur, die gleichen Ideen und ein ähnlich strammes Revoluzzer-Image zieren bereits die drei Eröffnungstracks „God is only for the dead“, „The art of war“ und „Against the wall“, sodass sich umgehend die Frage stellt, wer diesen müffelnden Aufguß alter Tugenden 2010 eigentlich hören soll? Enttäuschte Linkin Park-Fans? „Mi revolucion“ ist zum Glück ein Schritt in die richtige Richtung. Endlich jagen Ill Nino wieder eine deftige Metal-Breitseite durch die Boxen, die vom Start weg eine Eigendynamik entwickelt und nicht nur durch Coutos Fellklopferei den Kopf in Bewegung versetzt. Die New Jersey-Truppe steht sich anschließend jedoch wieder selbst im Weg. „Bleed like you“, „Serve the grave“ und „If you were me“ stellen in ihrer dargebotenen Form tot gehörte, emotional getriebene Midtemponummern dar, „Ritual“ nervt aufgrund der althergebrachten „I don´t believe in your god, belive in your faith“-Thematik bereits ab dem zweiten Durchgang und „Killing you, killing me“ spuckt anfangs große Töne, bleibt trotz eingängigem Refrain letztendlich aber doch die Durchschlagskraft vergangener Tage schuldig.

Wesentlich stimmiger gebärdet sich „How could I believe“, das sogar einen sinnvoll konstruierten Gitarrensolopart offenbart, bis das Smashin Pumpkins-Cover „Bullet with butterfly wings“ die Geister spalten wird. Einerseits ganz ordentlich und druckvoll umgesetzt, bleibt die Ill-Nino-Variante unter Strich doch recht blass und nichtssagend. Zum Abschluss soll „Scarred“ noch richtig einheizen, ein gelangweilt vorgetragener Chorus, stumpfe Nu-Metal-Posen und Machados eindimensionales Gebelle ersticken derartige Ambitionen jedoch im Keim. Somit bleibt alles beim Alten. „Dead new world“ könnte für fulminanten Culture Clash stehen, bedient sich allerdings nur bei den billigen Komponenten und schweißt diese zu einem halbgaren Paket aus angepisstem Ethno/Folk/Tralala-Metal zusammen. Der Gesamteindruck ist zwar minimal positiver als von vor 2 1/2 Jahren, bedeutsamer für den aktuellen Musikzirkus werden Ill Nino mit dieser Vorstellung dennoch kaum werden.

Anspieltipps:

  • Mi Revolucion
  • How Could I Believe
  • Killing You, Killing Me

Neue Kritiken im Genre „Nu-Metal“
6.5/10

The Serenity Of Suffering
  • 2016    
8/10

The Mask Of Hypocrisy
  • 2015    
4/10

Anything That Moves
  • 2015    
Diskutiere über „Ill Nino“
comments powered by Disqus