Rooga - Behind The Mirror - Cover
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Rooga Behind The Mirror


  • Label: Artist Station Records
  • Laufzeit: 48 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Was gibt es nicht alles für Regeln? Das leichtfüßige Debüt, das goldene dritte Album und natürlich das schwierige zweite. Rooga aus Österreich scheinen mit diesen Mythen vertraut und bringen kurzerhand mit „Behind The Mirror“ ein zweites Debüt heraus. Wie das geht? Der Stil hat sich um viele Grade gedreht und geht in eine ganz neue Richtung. Man möchte schon nach den ersten Akkorden von einer Orchester freien Fortsetzung der letzten Evanescence-Werke sprechen, wenn man hoch greift. Kati, Alex,Victor und Klaus aus dem schönen Alpenland haben sich entschlossen in eine ganz neue Richtung zu gehen und der Hörer darf gespannt sein, ob die jungen Musiker am neuen Stil verzweifeln oder ihn so frisch auftischen, wie sich das für ein richtiges Debüt gehören würde.

Tatsächlich scheppert es gewaltig und auch wenn gerade Ausflüge in tiefere Gefilde der lieben Kati hörbar schwer fallen, bekommt die Band gut diesen pathetischen Klang zu Stande, der in den letzten Jahren für Alternativ Metal stand. Die Lieder sind laut und voller emotionalem Gesang. Es gibt zwar einige Kritikpunkte, aber dass die Band ihre Wandlung nicht völlig abgeschlossen hätte, ist keiner davon. Rooga überzeugen in ihrer neuen Sparte und was ihnen jetzt fehlt, sind die Lieder, die im Kopf des Hörers bleiben. Der Vierer hat sich einen Stil ausgesucht, der rückläufig ist und zur Zeit nicht präsent im großen Rampenlicht ist. Eine mutige Entscheidung der Band, trotzdem auf diesen Zug zu springen. „All & Nothing“ ist vielleicht ein Lied, das sich von den anderen ein wenig absetzen kann, aber letzten Endes fehlen die ganz großen Ideen, um für unvergleichliches Hörvergnügen zu sorgen.

Es scheint alles auf eine „für Fans“ Entscheidung hinauszulaufen. Dann aber beginnt die zweite Hälfte des Albums und der wahrscheinliche Titeltrack „Mirror“ überzeugt mit fast schon progressiven Einlagen und Breaks. „Take Me Away“ dagegen bringt den Funk des Debüts in düsterer Verkleidung zurück und „Frustration“ und „Tick Tick Tock“ schaffen es auch innerhalb des engen Metal-Korsetts eigene Akzente zu setzen. Hier sind endlich die Gitarren, die auch im Gedächtnis bleiben können und so wird besonders mit der zweiten Hälfte dieses Albums der Boden aufgewischt. Im Endeffekt lässt sich aber zu viel Spülmittel im Reinigungswasser ausmachen und eine handvoll guter Tracks macht noch lange kein gutes Album. Solide ist das gebotene Konzept durchgehend mit einigen Ausreißern nach oben, aber jetzt muss die Band noch ausgefallenere Arrangements an den Tag legen, um sich vom breiten Angebot der Alternative-Metal-Szene abzuheben.

Anspieltipps:

  • Tick Tick Tock
  • Mirror
  • All & Nothing

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