Poets Of The Fall - Twilight Theater - Cover
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Poets Of The Fall Twilight Theater


  • Label: Playground/EDEL
  • Laufzeit: 46 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine skandinavische Rockband? Na, das kann doch wieder nur in Gothic-Wave oder Brit-Rock enden! Dass es auch anders geht, zeigen die Finnen Poets Of The Fall. Pathos ist zwar nicht zu knapp auszumachen, aber eher in einer Richtung, die Nickelback (um die Jahrtausendwende) gleich kommt. Ihr erstes Album kommt 2004 auch noch mit diesem Alternative-Rock-Schwung daher, aber gegen die große Konkurrenz gibt es dann doch nicht genug Mittel. Dass die Gruppe aus Helsinki trotzdem nicht ganz in der Versenkung verschwindet liegt an der treuen Videospielergemeinde. Dank eines Tracks, den die Band für „Max Payne 2“ aufgenommen hatte, blieben die Verkaufszahlen beträchtlich genug, um die Produzenten und das Label zu überzeugen. Jahre später widmen die Nordeuropäer „Alan Wake“, einem weiteren Videospiel – einen Track, der für hohe Resonanz sorgen soll. Aber was ist mit Hörern fernab der virtuellen Abenteuerwelten?

Tatsächlich wird gerade der Song „War“ zum Mystery-Thriller-Game „Alan Wake“ eine pathetische Reise in Alternative-Rock mit einem Hauch Mittelalterflair, was nicht nur an den Streichern liegt, sondern auch an dem Leitmotiv des Liedes. Wer es gerne geheimnisvoll und mit einem Hang zum Opulenten hat, der darf sich zu jeder Menge solcher Musik bereit machen. Schon der Opener „Dreaming Wide Awake“ umgibt sich mit einer Aura, die an die sonstigen Skandinavien-Rocker erinnert. Allerdings geht es hier nicht so brachial in Richtung Metal, sondern wird hier geradlinigem Gitarrenrock gefrönt. Dabei erinnert die Musik in ihren härteren Momenten an frühe Porcupine-Tree-Alben, ohne jedoch so progressiv zu klingen. Ansonsten sind Klavier, Streicher und Gitarren, die an Lautenspiel erinnern, oft und gern gehörte Gäste auf „Twilight Theatre“. Ein etwas überraschender Wandel, der sich zwar nicht allzu aufdringlich, aber unhörbar zu erkennen gibt.

Pathos, mittelalterliche Stimmung in Gesang und Klang, interessante, wenngleich nicht ganz aktuelle Rockpassagen: das alles findet sich auf dem neuen Album der finnischen Rocker. Außerdem wird bewiesen, dass Balladen gar nicht vor Pathos platzen können („You're Still Here“). Ein paar richtige Rockhymnen mehr hätten dem Album garantiert nicht geschadet und die ein oder andere Ballade hätte dafür gerne Platz machen dürfen („Change“ wird in Anbetracht der anderen, ruhigen Stücke geradezu belanglos).So zündet dieses Album nicht gleich beim ersten Mal, wenn man nicht gerade riesiger Fan dieser Musik ist. Alle anderen Interessierten sollten dem Album einen zweiten Versuche gönnen, da die Finnen es durchaus gut schaffen, diese Art von Rock ins zumindest letzte Jahrzehnt zu hieven, womit sie zeitgemäßer klingen, als viele andere Bands.

Anspieltipps:

  • War
  • Dreaming Wide Awake
  • You're Still Here

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