65daysofstatic - Heavy Sky EP - Cover
Große Ansicht

65daysofstatic Heavy Sky EP


  • Label: Hassle Records
  • Laufzeit: 33 Minuten
Artikel teilen:
6/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Briten von 65daysofstatic legen nach dem diesjährigen Album „We Were Exploding Anyway“ nochmal nach. Eine EP mit sechs frischen Stücken und einem Edit von „Tiger Girl“. Das zeigt uns, dass die Band ungemein kreativ war und so einige Songs während der Aufnahmen zum vierten Album links liegen geblieben sind. Bei dem plötzlichen Musikstilwechsel, den sie vollzogen haben, wundert es kaum, da wurde wohl sehr viel experimentiert und vieles auf Festplatte gebannt.

Zunächst pochen fast ausschließlich die Beats aus den Boxen, denn „Sawtooth Rising“ und „The Wrong Shape“ sind quietschig und pulsierend, sie haben rein gar nichts mit (Post-)Rock am Hut. Das ist Dance/Elektro in Reinkultur und zwar noch strikter als auf „We Were Exploding Anyway“. Erst „Pacify“ bringt eine Klaviermelodie mit Post-Rock Intensität und eher entspanntem Minimal auf interessante Weise in Verbindung. Einzig fehlt es dem Track an einem Ziel, er kommt und geht ohne auf etwas hinzuarbeiten, dafür ist er nicht so voraussehbar wie die vorigen und kling nicht so arg nach The Prodigy.

„PX3“ ist da schon wieder ganz anders, weil es eine Erinnerung an die alten Zeiten der Sheffielder Gruppe ist, Post-Rock versteht sich. Die letzten Tracks gehören zwar musikalisch nicht zusammen, wurden aber nahtlos miteinander verknüpft. „Guitar Cascades“ ist eine Chimäre, halb Song halb Improvisation, die genauso klingt wie sie heißt, einige vor sich hin träumende Gitarren und ein wenig Synthiekrach dazu. Sicherlich keine Meisterleistung, aber es strahlt eine gewisse Faszination aus, so wie dunkle Materie, alle Welt redet darüber, aber keiner weiß wo sie in der Dunkelheit des Weltraums steckt. Vielleicht heißt die EP gerade deshalb „Heavy Sky“.

Der EP ist deutlich anzuhören, dass sie ein Produkt der Resteverwertung ist, im modernen Sprachgebrauch sagt man wohl Recycling. Abwechslung ist zwar vorhanden, aber ein roter Faden ist nicht zu erkennen. Die Lieder sind nicht aufeinander abgestimmt, einige haben noch nicht mal einen gemeinsamen Nenner, weil sie ganz unterschiedlichen Stilen entsprungen sind. Obwohl dies kein negativer Aspekt sein muss, führt es hier zu einem gewissen Zerwürfnis, das dem Hörer letztendlich kein einheitliches Hörvergnügen garantiert. Bei einer EP ist dies aber durchaus akzeptabel.

Anspieltipps:

  • Sawtooth Rising
  • Pacify
  • PX3

Neue Kritiken im Genre „Art-Rock“
7.5/10

Is This The Life We Really Want?
  • 2017    
6.5/10

The Lover, The Stars & The Citadel
  • 2016    
7.5/10

Stand Up (The Elevated Edition)
  • 2016    
Diskutiere über „65daysofstatic“
comments powered by Disqus