Lunatic Soul - Lunatic Soul II - Cover
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Lunatic Soul Lunatic Soul II


  • Label: KScope/EDEL
  • Laufzeit: 51 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Jahr 2010 bot bereits viele Soloausflüge einiger Frontmänner und Lunatic Soul ist ein weiteres Kapitel dieses Themas, auch wenn dies nicht der erste Ausflug von Mariusz Duda von Riverside ist, wie am Titel unschwer zu erkennen. Sein Projekt war nämlich von Beginn an auf zwei Alben ausgelegt, das gleiche Cover einmal in schwarz und einmal in weiß, das eine das Negativ des anderen. Bei Lunatic Soul geht es um eine Seele auf Wanderung, die ihren Platz noch nicht gefunden hat. Die Thematik des Todes ist omnipräsent und wirkt sich entsprechend auf die Musik aus, die sehr melancholisch und ruhig auf der Suche nach dem tieferen Sinn des Lebens und der Frage nach dem Leben nach dem Tod ist.

Wie kann man solch dunkel schimmernde Musik mit Helligkeit in Verbindung setzen? Duda verzichtet diesmal auf fast alle Rockelemente um die Musik dem Cover entsprechend mehr „weiß“ erklingen zu lassen. E-Gitarren sind dabei genau wie beim Vorgänger unerwünscht und unberücksichtigt. Dafür erklingen viele orientalische Merkmale und tragen mit einigen untypischen Instrumenten (Kalimba, Guzheng) oder auch untypisch verzerrten Instrumenten (Keyboard) dazu bei die Musik sehr hypnotisch wirken zu lassen, geradezu beunruhigend mit ihrer düsteren Atmosphäre. Die erweckte Assoziation ist Musik von entlegenen Stämmen, die im Trancezustand den Tod besingen und dazu Tänze aufführen. Zur Thematik von Lunatic Soul passt das hervorragend und erweckt tatsächlich das Gefühl an den Wanderungen einer Seele Teil zu nehmen. Einer Seele, die es zu Lebzeiten versäumt hat ihr wahres Ich zu suchen.

Bei den ersten Hördurchläufen ist man so fixiert darauf die Unterschiede zum ersten Album auszumachen, dass man gar nicht das Wesentliche bemerkt. Dudas Vorhaben ist die Verbindung der beiden mit dem Tod verbundenen Farben schwarz und weiß und gar nicht eine musikalische Differenzierung zwischen ihnen. Die Textzeile „in the middle of light and darkness, in the middle of bright and shade“ am Ende des Albums ist ein passender Beweis hierfür. Bei jeder weiteren Beschallung entdeckt man Neues, hier ein Flüstern, da ein Lachen und die Höreindrücke verbinden sich immer mehr zu einer überzeugenden Einheit.

Fernab von jeglichen Schubladen kann ansatzweise von einem Aufeinandertreffen von Ambient und Art-Rock gesprochen werden, von Musikgebilden, die tief unter die Haut gehen und dabei auch sanfte unter der Oberfläche verborgene Melodien aufweisen. Lunatic Soul repräsentiert mehr als nur ein Soloprojekt, es ist eine völlig eigenständige musikalische Vision, die eine ungeheure künstlerische Freiheit auslebt. Diese aufzunehmen und gänzlich zu verstehen erfordert Zeit und setzt das nötige Interesse und die Geduld voraus. Perfekt für einsame und dunkle Herbstabende, aber bitte in nicht in Angstzustände verfallen.

Anspieltipps:

  • The In-Between Kingdom
  • Suspended In Whiteness
  • Escape From ParadIce
  • Wanderings

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