Helloween - 7 Sinners - Cover
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Helloween 7 Sinners


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 60 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
6.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Fragt man den harten Fan-Kern, dürften die „7 Sünden“ des Buches „Helloween“ wohl etwa folgendermaßen aussehen: 1. Die Trennung von Gründungsmitglied Kai Hansen (1988). 2. Die Trennung von Stimmwunder Michael Kiske (1993). 3. Die Verpflichtung von Andi „Pink Cream 69“ Deris als neuen Sänger (1994). 4. Die Veröffentlichung des halbgaren „The Dark Ride“-Albums (2000). 5. Die Fortsetzung der legendären „Keeper Of The 7 Keys“-Reihe (2005). 6. Die Veröffentlichung des experimentellen Jubiläumsalbums „Unarmed“ (2010).7. Die Fans nach dem gefeierten „Gambling With The Devil“-Albums (2007) drei Jahre auf neues Songmaterial warten zu lassen.

Dabei sieht das rückblickend betrachtet alles gar nicht so übel aus: Andi Deris zum Beispiel hat sich inzwischen längst als Helloween-Frontmann bewährt und auch das viel gescholtene „Unarmed“-Album war aus künstlerischer Sicht lang nicht so schlecht, wie es gern gemacht wird. Nur mit Heavy Metal hatte es nun einmal leidlich wenig zu tun. Ganz anders sieht es nun freilich bei „7 Sinners“ aus: so hart wie auf diesem Album hat man Helloween wohl noch nie gehört. Und auch ansonsten gibt es kaum Anlass den jüngsten Output des Bandkatalogs in den „Sündenkatallog“ einzureihen.

Schon der Opener „Where The Sinners Go“ zeigt wo es lang geht: Brachialgitarren, aufgerissene Verstärker und nicht zuletzt die Band-typische Eingängigkeit veredeln einen Helloween-Song erster Güte. Nicht ganz so überzeugend fällt die Single „Are You Metal?“ aus, die zwar in Sache Härte locker mithalten kann, aber vor lauter „Metal“ vergisst, dass es bei Helloween schon immer mehr das untrügerische Gefühl für gute Melodien war, das den Erfolg der deutschen Power-Metal-Institution begründete.

Dafür entschädigt „Who Is Mr. Madman“ auf ganzer Länge. Dieser Song hätte auf den „Keepers-“Alben locker Platz gefunden und könnte von den Fans schon bald als moderner Klassiker gefeiert werden! Ähnlich eingängig fallen auch „Raise The Noise“ und „World Of Fantasy“ auf, bevor bei „Long Live The King“ Speed-Fetischisten endgültig auf ihre Kosten kommen. Freunde ruhigere Klänge ziehen „The Smile Of The Sun“ vor, das mit spannungsgeladenem Aufbau geschickt das Herzstück des neuen Albums bildet.

Mit „You Stupid Mankind“ und „If A Mountain Could Talk“ folgen darauf hin zwei der schwächeren Nummern des neuen Albums, bevor „The Sage, The Fool, The Sinner“ dank treibendem Groove und starkem Refrain ein weiteres Highlight abgibt. Zum Abschluss gibt’s dann noch einmal einen klassischen Helloween-Nackenbrecher („My Sacrifice“), eine entbehrliche Vokalnummer („Not Yet Today“) und mit „Far In The Futur“ einen verhältnismäßig düsteren, aber definitiv würdigen Abschluss.

Schade nur, dass von dem durchweg gelungenen neuen Material auf der kommenden Tour nur mal wieder kaum etwas zu hören sein wird. Ein bisschen Mut und Selbstbewusstsein was die Setlistauswahl angeht, wäre schon wünschenswert. Denn wer ein Album wie „7 Sinners“ in der Hinterhand hat braucht nicht noch einen weiteren „Keepers-“Aufguss.

Anspieltipps:

  • Where The Sinners Go
  • Who Is Mr. Madman?
  • World Of Fantasy
  • The Sage, The Fool, The Sinner

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