Kylesa - Spiral Shadow - Cover
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Kylesa Spiral Shadow


  • Label: Season Of Mist
  • Laufzeit: 40 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit „Static Tensions“ hatten Kylesa ihren vom Stoner verhangenen Sludge-Metal auf die Spitze getrieben. Mehr war da einfach nicht mehr rauszuholen und genau deshalb war es die richtige Entscheidung, zwar den technischen Ansatz ihrer Musik keineswegs zu revolutionieren, sie jedoch zu öffnen, für ruhigere Klänge zum Beispiel. Eine Anzeige auf der Website von Kylesas europäischem Label Season Of Mist wirbt mit dem Slogan „This is rock with a capital R!“ Das kann man getrost so stehen lassen. Außerdem sind zwei Stellungswechsel zu vermelden: Für die Bassarbeit zeigt sich erstmals seit „Time Will Fuse Its Worth“ (2006) Corey Barhorst verantwortlich, neben Carl McGinley sitzt nun Tyler Newberry am Schlagzeug.

Freunde von Experimenten werden Kylesa wohl nicht mehr, überbordende Kreativität ist auch nicht gerade ihre Stärke. Doch die schrittweise vollführte Entwicklung der Band erfährt auch mit „Spiral Shadow“ wieder einen kleinen Schub. Offenere Songstrukturen, freundlichere Gitarren, weniger Geschrei. Mit solchen Entwicklungen sieht sich der geneigte Hörer konfrontiert. „Don't Look Back“ mutiert mit eingängigem Riffing und simpler Hook schon fast zum Stadionrocker, bleibt aber so klar erkennbar Kylesa, dass das einfach tierisch geil ist.

„Spiral Shadow“ lässt ganz klar mehr Psychedelic-Passagen und Stoner-Momente zu als seine Vorgänger. Schon „Tired Climb“ zeigt das bereits mit seinem sachten Einstieg. Überall hört man stark verhallende Gitarren, immer gerne zu einem Gitarrensolo bereit, wie z.B. bei den fast schon orientalisch anmutenden Klängen von „Crowded Road“. Laura Pleasents setzt ihre Stimme, mal abgesehen von ein paar Momenten wie im Brecher „Cheating Synergy“, immer mehr auch ein, um die Songs melodischer zu gestalten („To Forget“). Phillip Cope hingegen darf weiterhin brüllen was das Zeug hält, doch auch er zeigt sich beim Stoner-Stück „Distance Closing In“ mal von einer etwas gefühlvolleren Seite.

„Spiral Shadow“ ist einfach ein süchtig machendes Brett voller clever gesetzten laut-leise-Dynamiken und vielen weiteren kleinen Neuheiten. Kylesa bauen ihren hohen Wiedererkennungswert weiter aus und verpacken ihre Songs immer mehr auch in knackige 3-Minuten-Päckchen. Das Zusammenspiel der beiden Drummer McGinley und Newberry könnte hier und da noch etwas abwechslungsreicher ausfallen, hier besteht noch etwas Luft nach oben, man denke nur mal an den perfekten Einstieg von „Scapegoat“ („Static Tensions“). Dennoch gibt es hier nicht viel zu meckern, „Spiral Shadow“ ist mindestens so gut wie seine Vorgänger.

Anspieltipps:

  • Tired Climb
  • Don't Look Back
  • To Forget
  • Spiral Shadow

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