Modeselektor - Modeselektion Vol. 1 - Cover
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Modeselektor Modeselektion Vol. 1


  • Label: Monkeytown/Rough Trade
  • Laufzeit: 80 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Wem das dauernde Geballer im Kopf sowieso zu viel wäre, der findet eine gutklassige, allerdings nicht unbedingt spannende Compilation dieses Genres vor.

Wer sich zurzeit durch die verschwitzten Clubs der Republik tanzt kommt um einen Begriff nicht herum: Dubstep! Allerdings ist das entscheidende Element dieser Richtung, der Bass, wieder auf dem Rückzug und was bleibt sind psychedelische Ausflüge ins Lande Electronica, welches dem Einschmiss von fraglichen Substanzen auditiv wohl am Nächsten kommt. Die Insider nicken wissend mit dem Kopf, wenn man sagt, dass folgende 80 Minuten von niemand Anderem als Modeselektor (auch bekannt als Gernot Bronsert und Sebastian Szary) ausgewählt wurden. Dem Rest dieses Planeten hilft es auch nicht ihre Kassenschlager „Hello Mom!“ und „Happy Birthday!“ anzupreisen, da diese Lieder die dunklen, verrauchten und meistens mit diversen Körpersekreten gefüllten Räume Deutschlands Clubs nicht verlassen haben.

Wer es kaum erwarten kann, moderne Clubbeats in den eigenen vier Wänden bis zur Besinnungslosigkeit zu hören oder wer sich informieren will, was das überhaupt für Musik ist, für den kommt diese „Modeselektion Vol.01“ gerade rechtzeitig. Allerdings bekommt man hier nicht zu Hören, was alles Rang und Namen hat. Nein, es handelt sich ausschließlich um unveröffentlichte Tracks der Lieblingsartisten der Modeselektoren. Wirklich heftig geht es hierbei jedoch nicht zur Sache und besonders der sonst so prägnante Bass findet selten oder nur bei wirklich laut aufgedrehter Anlage seinen angestammten Platz. Ansonsten hat man es mit einer Mischung aus Verstörtheit und Lounge zu tun. So abgedreht die Musik an vielen Stellen ist, so langsam bleibt ihr Tempo. Hier hat jemand den Step außen vor gelassen und besinnt sich auf Dub, wie es scheint.

Wem das dauernde Geballer im Kopf sowieso zu viel wäre, der findet eine gutklassige, allerdings nicht unbedingt spannende Compilation dieses Genres vor, die sich sehen lassen kann, aber nicht unbedingt der Mittelpunkt der Party ist. Dazu kommt, dass es sympathischer ist, wenn ein Jan Delay (oder andere Künstler) Alben mit ihren Lieblingshits vorstellen und sich dabei außen vorlassen. Modeselektor hingegen ergreifen die Chance beim Schopf und gönnen sich ein wenig Eigenlob in Form einer Eigenkreation. Muss nicht sein, stört bei der doch sehr homogenen Mischung allerdings kaum. Wer nicht gerade auf die Playlist schaut, der könnte meinen, dass das hektische Elektrogeflimmer in Hörformat von ein und demselben Interpreten stammt. Falls sich für Feingeister trotzdem Favoriten herausfiltern, sind alle Interpreten brav angegeben.

Anspieltipps:

  • SBTRKT – „The Unspoken”
  • 2562 - „The Wind Up”
  • Bok Bok – „Say Stupid Things”

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