Finger Eleven - Life Turns Electric - Cover
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Finger Eleven Life Turns Electric


  • Label: Wind-Up/EMI
  • Laufzeit: 33 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Qualität statt Quantität. Dies muss die Maxime bei „Life Turns Electric“ gewesen sein. Nach einer guten halben Stunde und zehn Liedern ist der rockige Spaß vorbei. Natürlich ist es eine Angewohnheit von Kritikern bei kurzen Alben von Abzocke zu sprechen und lange Alben als langgezogen und unspektakulär zu bezeichnen, aber was nützt es auf 30 Minuten herumzureiten, wenn jede einzelne davon das Eintrittsgeld (mit Wiederholfunktion) wert war? Seit dem letzten Album „Them vs. You Vs. Me“ mit circa zwei Millionen verkauften Einheiten darf man solche Ansprüche auch an Finger Eleven aus Ontario stellen. Ein Wunder, hat die Band es doch die letzten zwei Dekaden „geschafft“ außerhalb des Radars der Massen zu bleiben. „Life Turns Electric“ soll zeigen, ob der Höhenflug anhält oder der Fünfer so schnell verschwindet, wie er aufgetaucht ist.

Von Balladen bis zu Nu-Metal-Einschüben haben die Rocker alles mitgemacht und ausprobiert. Am Ende war es jedoch ihr Alternative-Rock, der die Massen begeistern konnte. Muss man sich nun als neuer (oder alteingesessener) Fan fürchten, wenn das neue Album „Life Turns Electric“ ankündigt? Keinesfalls! Das einzige, was hier elektrisch ist und ununterbrochen aufgedreht bleibt, sind die Gitarren, der Bass und die Verstärker. Das Album ist laut, aber nicht gnadenlos, freundlich, jedoch nicht verweichlicht. Allein „Stone Soul“ und „Love's What You Left With Me“ sind ruhigere Vertreter ihrer Art. Ersteres offenbart sich als potenzieller Radio-Hit und der Schlusstrack erinnert fast schon an den viel zitierten Ritt in den Sonnenuntergang. Ansonsten herrschen großteils griffige Riffs, die den Hörer bestimmt nicht ruhig sitzen lassen werden.

Schon der Opener „Any Moment Now“ legt die Messlatte recht hoch und überzeugt mit einer Energie, die zwar nicht einzigartig ist, sich aber durchaus mit den Großen messen kann. Auch Scott Andersons Gesang ist keine Offenbarung in diesem Genre. Seine raue, kräftige Stimme wirkt geradezu wie ein Modellbeispiel. Von einer Band, die solange im Geschäft ist, erwartet man aber auch nicht, dass sie Reformationen einleiten. Nein, hier wird auf Erfahrung gesetzt und diese wird von Finger Eleven besser genutzt, als von vielen anderen, in die Jahre gekommenen Gruppen. Finger Eleven klingen immer noch aktuell, ohne sich verkauft zu haben und auch wenn richtige Ohrwürmer ausbleiben, werden die Ohren eher massiert als malträtiert. Es ist gut zu wissen, dass es Bands wie sie gibt. Unbedingt hören muss man sie jedoch nicht. Ob und warum die Jungs also ein weiteres Mal die Top10 ihrer Heimat stürmen können, ist fraglich.

Anspieltipps:

  • Any Moment Now
  • Stone Soul
  • Love's What You Left With Me

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