The Gracious Few - The Gracious Few - Cover
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The Gracious Few The Gracious Few


  • Label: EarMusic/EDEL
  • Laufzeit: 58 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Es gab mal eine Zeit, da zählten Bands wie Live und Candlebox zum Non plus ultra der alternativen Rockmusikszene. Das war grob gesagt Anfang/Mitte der 90er Jahre, als Live ihr bahnbrechendes Werk „Throwing Copper“ (1994) und Candlebox ihr starkes Debüt (1993) auf den Markt brachten. Lang, lang ist’s her! Denn es brauchte nur ein paar weitere Alben, bis das Schaffen der beiden Gruppen relativ unwürdige Züge annahm, was leider besonders auf Live zutraf. Länge Pausen, in denen keine der Bands vermisst wurden, waren die Folge.

Trotz späterer Comebackversuche beider Gruppen liegen diese inzwischen wieder auf Eis. Warum, kann man sich denken. Doch die Musiker von Live und Candlebox, die sich untereinander kennen, konnten nicht von ihrer Leidenschaft lassen, auch wenn es einem ehrlichen Bekenntnis wie diesem bedurfte, um ihre Situation einzuschätzen: „Musik zu machen war unser Traum, aber irgendwie hatten wir diesen verloren“.

Jetzt greifen die Herren Chad Taylor (Gitarre), Patrick Dahleimer (Bass) und Chad Gracey (Drums) von Live sowie Kevin Martin (Gesang) und Sean Hennesy (Gitarre) von Candlebox wieder nach diesem Traum. Und zwar gemeinsam unter dem Banner The Gracious Few. Unter Anleitung von Produzent Jerry Harrison (The Cardigans, Kenny Wayne Shepherd, Crash Test Dummies, Josh Joplin) galt es die Stärken zu bündeln und nach Wunsch der Musiker am Sound ihrer Vorbilder aus den 70er Jahren anknüpfen.

Entsprechend retro-lastig pendeln Titel wie „Appetite“, „What’s wrong“ und „The few“ zwischen Blues- und Hardrock, ohne die Alternative-Rock-Vergangenheit beider Bands allzu sehr zu unterdrücken („Silly thing“, „Closer“). Nur gut, dass der triefende Live-Pathos davon ausdrücklich ausgenommen ist, was nicht bedeutet, dass The Gracious Few nicht auch die eine oder andere Ballade im Angebot haben („Crying time“). Der Unterschied: Es geht um einiges rauer und kantiger zur Sache („Tredecim“), wodurch das Album insgesamt zeitgemäßer und abwechslungsreicher wirkt. „The Gracious Few“ gibt dabei zwar keinen Meilenstein ab, ist aber ein hochinteressanter Einstieg in eine (vielleicht) neue Ära.

Anspieltipps:

  • Appetite
  • Silly thing
  • Crying time
  • The rest of you
  • Nothing but love

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