Helstar - Glory Of Chaos - Cover
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Helstar Glory Of Chaos


  • Label: AFM Records
  • Laufzeit: 45 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Dem Grabe entstiegen sind Helstar nicht erst mit dem Doppel-CD/DVD-Paket „Rising from the grave“ (07/2010), sondern schon mit dem amtlichen Comeback „The king of hell“ (09/2008), dem nun der siebte Longplayer „Glory of chaos“ folgt. Mit der 80er Jahre Prog/Power/Thrash-Fusion aus Judas Priest, Iron Maiden und Iced Earth verbindet James Rivera (Gesang), Larry Barragan (Gitarre), Rob Trevino (Gitarre), Jerry Abarca (Bass) und Mikey Lewis (Schlagzeug) allerdings nicht mehr viel. Die Texaner haben ihren Stilmix deutlich eingeschränkt und stampfen vornehmlich als thrashendes Ungetüm mit Feuer im Arsch durch die Boxen.

Wer jedoch glaubt, Helstar würden nun einen billigen Testament- oder Exodus-Abklatsch abgeben, liegt falsch. Die hohen Schreie Riveras sind zwar mittlerweile verstummt und einer aggressiveren Gangart gewichen, was sicherlich für das eine oder andere Wehklagen sorgen dürfte, spieltechnisch gesehen lassen sich die Herrschaften aber keineswegs die Butter vom Brot nehmen und in punkto Songwriting hat der Fünfer ebenfalls ordentlich zugelegt. Progressive Strukturen machen Platz für messerscharfe Riffwälle und präzise ausgearbeitete Hooks, die sich unweigerlich ins Gehirn fräsen, „Glory of chaos“ ist damit allerdings noch kein Megaseller per se, denn einige Unstimmigkeiten verhindern das gekonnt.

Mit der noch etwas zurückhaltenden Nummer „Angels fall to hell“, dem genialen Killertrack „Pandemonium“ und der shreddernden Allmacht von „Monarch of bloodshed“ starten Helstar jedenfalls nach Maß in das neue Jahrzehnt, jedoch beginnt anschließend nach und nach die Fassade zu bröckeln. „Bone crusher“ ist nämlich bestenfalls x-beliebiger Thrash vom Reißbrett und auch die beiden Vorschlaghämmer „Dethtrap“ und „Anger“ ermüden eher als das sie begeistern, während das schwarzmetallische Gekreisch zusammen mit den Slayer-Anleihen (!!) in „Alma negra“ Ratlosigkeit aufkommen lässt. Glücklicherweise entschuldigen sich die Texaner mit dem drückenden Midtempogroover „Summer of hate“ und der eindrucksvoll inszenierten „Trinity of heresy“ beim Hörer und geleiten ihn mit dem ruhigen Einminüter „Zero one“ über die Zielgerade.

Ob es besonders klug war, den bunten Genrecocktail gegen die hauptsächlich derben Thrash-Gebilde einzutauschen, wissen Helstar wohl selber am besten. Für den Hörer wirkt „Glory of chaos“ dadurch, besonders wegen seiner ungezügelten Exkurse, jedenfalls nicht immer schlüssig und trotz der einen oder anderen Granate lediglich bemüht anstatt richtig Eindruck zu hinterlassen.

Anspieltipps:

  • Pandemonium
  • Trinity Of Heresy
  • Monarch Of Bloodshed

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