Zucchero - Chocabeck - Cover
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Zucchero Chocabeck


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 43 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Adelmo „Zucchero” Fornaciari (55) gehört nicht nur zu den kommerziell erfolgreichsten italienischen Pop- und Rockmusikern der vergangenen 25 Jahre, er zählt auch stilistisch zu den aufgeschlossensten und vielseitigsten Künstlern seines Genres. Dadurch sind seine Platten zum einen nie langweilig und zum andern konnte Zucchero viele prominente Freunde im globalen Kollegenkreis dazu gewinnen, die gerne kommen, wenn der Italiener zu Aufnahmesessions ruft. Seine Produktionen sind seit langem auf internationalem Niveau, finden in u.a. in den USA statt und werden von Produzenten wie Don Was und (neuerdings) Brendan O’Brien betreut.

Mit italienischer Schlagerromantik hat Zucchero folglich nichts zu tun, wie man auch auf dem neuen Werk „Chocabeck“ hören kann, das eine musikalische Rückbesinnung auf Zuccheros unbeschwerte Kindheit in dem norditalienischen Städtchen Roncocesi in der Emilia-Romagna darstellen soll. Dabei war sich der 55-Jährige anfangs überhaupt nicht im Klaren darüber, in welche Richtung das neue Werk gehen sollte, sodass sich der gesamte Prozess vom Songwriting bis hin zu den Aufnahmen weit über ein halbes Jahr hinzog, was für Zucchero eher ungewöhnlich ist.

Geholfen haben dabei Freunde und Kollegen wie Brian Wilson (Beach Boys), Bono (U2), Roland Orzabal (Tears For Fears) und Iggy Pop, mit denen ein sehr besinnliches und zurückgenommenes Album entstanden ist, das gut in die vorweihnachtliche Zeit passt. Dabei greift Zucchero häufig auf Orchesterunterstützung zurück und setzt auf Gefühl, Atmosphäre und Abwechslung. So macht die in Hinblick auf die Gesamtstimmung des Albums wegweisende Nummer „Un soffio caldo“ den Anfang, wobei das Intro und einige Harmonien an U2s „Where the streets have no name” erinnern. Aber das hat Bono, der zum folgenden „Someone else’s tears“ den englischen Text beigesteuert hat, bestimmt abgesegnet. Darüber hinaus geben in „Vedo nero“ sowie im Titeltrack tanzbare Beats den Takt vor, während in „E un peccato morir“ im Hintergrund eine schöne Mandolinenmelodie erklingt und „Oltre le rive“ von einer Kirchenorgel geführt wird.

Auch wenn sich einzelne Songs aus „Chocabeck“ gezielt (als Single) hervorheben lassen, möchte Zucchero das Album als zusammenhängendes Werk verstanden wissen, das als Ganzes gehört werden sollte. Damit liegt der Italiener nicht verkehrt, denn erst auf diese Weise kommt die besondere Atmosphäre der Stücke richtig zur Geltung. Und diesen Gefallen sollte man dem Künstler dann doch bitte tun.

Anspieltipps:

  • Alla fine
  • Oltre le rive
  • E un peccato morir
  • Someone else’s tears

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