Badly Drawn Boy - It´s What I´m Thinking Part 1: Photographing Snowflakes - Cover
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Badly Drawn Boy It´s What I´m Thinking Part 1: Photographing Snowflakes


  • Label: Edel Records
  • Laufzeit: 45 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Schön traurig, aber banal. Der Badly Drawn Boy macht seinem Namen wieder alle Ehre und meldet sich mit einem Trilogie-Projekt zurück. Alle drei Teile sollen dabei „It’s What I’m Thinking“ heißen. In gewissem Sinne tautologisch, wenn ein Singer-Songwriter, der alles selbst macht, ein Album so nennt.

Nach der rasanten Entdeckung und dem Überraschungs-Mercury-Music-Prize-Gewinn mit „The Hour of Bewilderbeast“ im Jahre 2000, kam ja eine Phase, in der alle den traurigen Kauz mit der Wollmütze gern hatten. Der komplett auf seine Kappe, nein, Mütze gehende Filmsoundtrack zu Nick Hornby’s „About A Boy“ und das Gelungene Indie-Pop-Experiment „Have You Fed The Fish?“ waren seine größten Erfolge. Und wenn der traurige Mützenträger, im wahrsten Sinne des Wortes, weiter so macht, wird das auch so bleiben.

„It’s What I’m Thinking Part I – Photographing Snowflakes” wagt innerhalb des modernen Singer-Songwriter-Feldes viel. Bei nahezu jedem Genre wird mal zart vorbeigeschaut. Vielleicht ein bisschen wie Beck, nur britischer, nicht annähernd so kreativ und dabei dauertraurig. Die Crux nur: Insgesamt ist da einfach nichts Neues dabei, ist Album Nummer Sieben zu sehr ein Aufguss des bereits vorhandenem. So oder so zum Verwechseln ähnlich haben wir Damon Gough schon zu Genüge gehört. Und deshalb gilt es zu befürchten, dass sich wahrscheinlich Part II und III mehr oder weniger gleich anhören werden, nur mit unterschiedlichen Lyrics. Irritierender Weise sind der erste und letzte Song die besten, schön einfühlsam, bedächtig und mit einer sympathischen Melancholie versehen, weiß in „Safe Hands“ eine gescheiterte Liebe friedlich und ohne Drama in die Freiheit zu entlassen, während „This Beautiful Ideas“ vorsichtig optimistisch in die Zukunft blickt. Dazwischen, leider, sind die Reflexionen und Lebensabschnittsresümees erschreckend harmlos und mit zunehmender Dauer sogar tendenziell nervig.

Schade aber wahr: kaum einer hat mitbekommen, dass Damon Gough als Badly Drawn Boy bereits sein siebtes Album veröffentlicht. Und mit Beginn seiner ambitionierten Trilogie muss man leider feststellen, dass man getrost bei den ersten drei Alben bleiben kann, als er neu und seine Art Song zu schreiben noch spannend war.

Anspieltipps:

  • Safe Hands
  • This Beautiful Ideas

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