Take That - Progress - Cover
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Take That Progress


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 47 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Als bekannt wurde, dass Robbie Williams wieder zu Take That zurückkehrt, kannte der Medienhype keine Grenzen. Das erfolgreiche Comeback der vier Musiker hat auch den Superstar nicht kalt gelassen und so machten sich die Fünf nach Bereinigung aller Zwistigkeiten oder Terminschwierigkeiten an die Arbeit, eine neue CD nach dem 2008er Werk „The Circus“ einzuspielen. Als Produzent fungierte Stuart Price (Kylie Minogue, Madonna, The Killers), der dafür sorgen sollte, dass das Songwriting der Fünf in hitverdächtige Bahnen gelenkt wird. Die erste Single „The Flood“ führt den Hörer auf die falsche Fährte: Hier schwelgen Take That im altbekannten hymnenhaften Popkosmos, der sie so erfolgreich machte. Doch die anderen Songs präsentieren ein anderes musikalisches Bild: Es klingt ziemlich elektronisch, Stuart Price und auch Gary Barlow geben dem Keyboard eindeutig viel Raum sich zu entfalten. Das flotte „SOS“ lebt von eilig vorangetriebenen Beats, die Mark Owen und Robbie als Sänger zu leicht verfremdeten Höchstleistungen führen.

„Wait“ illustriert am besten den musikalischen Bruch mit der Vergangenheit: Erst ertönen Geigen und man wartet auf die obligatorische Ballade, stattdessen setzen dann wieder künstliche Klänge ein, die recht entspannt, aber ohne nachhaltige Wirkung aus den Boxen tröpfeln. „Happy Now“ beackert dermaßen eindeutig den Electro-Pop, das hätte man keinesfalls erwartet, doch die Nummer geht durchaus ins Ohr. Take That verlassen die ausgetretenen Pfade ihrer Balladen und geben der Popmusik eine Chance, die mit künstlichen Elementen die Menschen zum Tanzen bringt.

Ob Robbie Williams für diese musikalische Kehrtwende verantwortlich ist, scheint fraglich, weil alle Mitglieder diese Tracks komponiert haben. Ein Urteil fällt schwer, denn auch wenn das alles noch als Popmusik durchgeht, verwundert es schon sehr, dass nur zwei Balladen „The Flood“ und „Eight Letters“ den typischen guten Breitwandsound besitzen, aber das ist auch das Positive an diesem Silberling: Das Überraschungsmoment haben Take That auf ihrer Seite und auch wenn nicht alles überdurchschnittlich erscheint, „Affirmation“ als schlechtes Beispiel, gefallen die frischen Ideen der fünf. Das sollte sie aber nicht davon abhalten, beim nächsten Mal ihre herzergreifenden mehrstimmigen Balladen öfter einzubauen.

Anspieltipps:

  • Flood
  • SOS
  • Happy Now
  • Eight Letters

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